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Flores musice omnis cantus Gregoriani
Entstehung
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VORWORT.

wären sie ja wohl nicht so frühe, trotz der Schwierigkeit des noteii-drucks, unter die presse gekommen.

Dem buche gebührt also offenbar nicht bloß eine antiquarische,auch nicht bloß eine musikalische, sondern eine zeit- und culturge-schichtliche bedeutung. Diese erwägung hat mich denn auch nachmanchen aus der Unzulänglichkeit meiner person genommenen be-denken, doch bewogen, dasselbe, nachdem ein verehrter freund, mit-btlrger und alterthumsforscher meine aufmerksamkeit darauf gelenkt,für den litterarischen verein zu bearbeiten, und dem deutschen alter-thumsvereine, dem ich es am liebsten gewidmet hätte, zur erin-nerung an die Septembertage 1862 wenigstens als grüß darzubrin-gen. Es besteht aus einem gedichte von 635 leoninischen verseil,die nach seiner eigenen angabe v. 595 ff. von einem auch sonst indieser zeit hier bekannten Hugo sacerdos Reutlingensis, aus der bis1500 1 hier genannten familie der Spechtshart, 1332 verfaßt sindund aus einem dazwischen eingestreuten commentar von unbekanntemverfaßer, aber zweifelsohne der abfaßung des gedicktes nicht ferne lie-gender zeit 2 .

Haben demnach unsre Flores auch für ihren nächsten entstehungs-kreis ein unverkennbares interesse (denn ihre dichtung ist demnachgleichzeitig mit dem politischen aufschwunge der stadt 3 und mit demaufbau der Marienkirche 4 , eines der denkwürdigen gotliischen bau-denkmale Schwabens), so erfülle ich mit erneuerung ihrer auflage einepatriotische pflicht, nicht bloß gegen meinen stand, wenn ein geist-licher von Reutlingen den nach rühm des sacerdos Hugo in dieser stadt

Hs

1 Siehe meines verewigten amtsgenoßen Gayler historische denkwürdig-keiten der stadt Reutlingen, 1840, s. 616. 2 Näheres siehe in der ein-

leitung. 3 Freitag vor Judica 1337 hat Ludwig der IV der Raier vonNürnberg aus der stadt die ersten urkundlichen rechte verliehen, welcheam 27 Januar 1348 Karl IV bestätigte. Beide daten fallen also in die lebe-zeit unsres Hugo. Ist die vermuthung zu kühn, daß er bei den Unterhand-lungen seine hand mit im spiele gehabt habe? zumal, wenn wir als denUnterhändler Wernher de Hurnbog, den Schultheißen 1333, finden und indieser zeit ein Wernher (bei welchem Hugo nach der in der einleitung an-geführten urkunde von 1359 in gunst gestanden seiu muß) als erster kaplander gleichfalls neu erbauten Nikolaikirehe vorkommt, ohne zweifei derselbe,der nach der inschrift in der taufkapelle oder vielmehr der alten trist (trisur)-karnmer der Marienkirche viccplebamis, erster geistlicher, als Stellvertreterdes abts von Königsbronu hier war. 4 Erbaut 12471343.