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1 (1897)
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sie das, was sie zur Erhaltung oder Förderung des menschlichenWohles leisten sollen, nicht leisten, theils weil der Widerspruch,in welchem ihre Einrichtung mit ihrer Idee steht, und der hiemitim Allgemeinen zusammenhängende Zerfall der einheitlichen Zu-sammenstimmung ihrer Theile uns missfällt.

Alle Gegenstände der Architektur und Kunstindustrie aberhaben äussere Zwecke zu erfüllen, und so ist auch bei allen dieErfüllung der Bedingungen äusserer Zweckmässigkeit nicht blosbeiläufig, sondern wesentlich zur Schönheit.

Anders mit Gegenständen, in deren Idee oder Bestimmungäussere Zweckmässigkeit gar nicht liegt; an solche stellen sichnicht dieselben Foderungen, und so können Kunstwerke ohneallen äussern Zweck recht wohl durch ihre innern Beziehungenoder durch Associations vorstellungen andrer Art als die der äussernZweckmässigkeit Schönheit gewinnen.

Nun aber entsteht die Frage: warum erscheinen doch nichtalle äusserlich zweckmässigen Gegenstände schön? warum er-scheint uns z. B. ein Besen, ein Dreschflegel, ein Pflug, eine Misl-stätte, eine Scheune, ein Stall trotz aller äusseren Zweckmässig-keit nicht schön, indess alle Bedingungen des Gefallens, die nachVorigem in solcher Zweckmässigkeit liegen, damit gegeben sind ?

Wohlan: denken wir uns einmal diese Dinge statt zweck-mässig vielmehr so unzweckmässig eingerichtet, dass wir ihnenihre Unzweckmässigkeit gleich ansehen könnten, würden sie unsdann nicht entschieden missfallen? Also giebt doch die Zweck-mässigkeit ein gefallendes Moment zu ihrem Eindruck her, wasnur ohne anderweite Hülfen oder gar in Conflict mit gegenwirken-den Momenten nicht überall hinreicht, das Gefallen über dieSchwelle positiver Lust zu treiben oder so hoch darüber zu trei-ben und so rein zu halten, dass wir den Ausdruck schön aufsolche Werke anwenden möchten. Fehlt es an den erforderlichenHülfen oder wirkt zu viel entgegen, so kommt der Eindruck derSchönheit nicht zu Stande, oder es kann selbst der Eindruck derUngefälligkeit bei äusserlich ganz zweckmässigen Gegenständenüberwiegen.

Und so soll überhaupt nicht gesagt sein, dass die Werke derArchitektur und Kunstinduslrie ihre Schönheit blos auf Erfüllungäusserer Zweckmässigkeitsbedingungen stützen können; imGegen-theil bedarf es noch der Ergänzungsbedingungen dazu, von denen