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1 (1897)
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ein Gefäss schön, nicht dass sich gut im Bauwerk wohnen, dasGefäss gut brauchen lässt. Kant meint es so und Andre meinenes mit ihm so. Auch kaun man ja sagen: wenn zur Schönheiteines Gegenstandes gehört, dass er unmittelbar gefalle, sokann darin, dass erst aus seinem Gebrauche, seiner Wirkung Fol-gen hervorgehen, die uns gefallen, noch keine Erfüllung dieserBedingung liegen.

Inzwischen darf man nicht übersehen, dass die äussere Zweck-mässigkeit eines Gegenstandes sich durch Vorstellungsassociationbeim Anblick desselben geltend machen und dadurch auch zumunmittelbaren Gefallen daran beitragen kann, und zwar aus demdreifachen Gesichtspuncte, erstens, dass sich hiemit die Lustwir-kung der Folge auf den unmittelbaren Eindruck des Gegenstandesin gewisser Weise zu übertragen vermag, wir haben ja genugdavon beim Associationsprincip gesprochen, zweitens, dass diewahrgenommene einheitliche Zusammenstimmung aller Theile zumZwecke des Gegenstandes die, der einheitlichen Zusammenstim-mung des Mannichfaltigen zukommende, ästhetische Wirkung auchhier nicht versagen wird, drittens, dass es uns an sich gefällt,einer einmal gestellten Aufgabe oder gefassten Idee widerspruchs-los entsprochen zu sehen, um so mehr, je grösser die Gefahr desWiderspruches erscheint.

Also seis ein Wohnhaus, so wird es uns erfreuen, ihm gleichanzusehen, dass es wohnlich gebaut ist, seis ein Palast, dass einehöhere Lebensstellung und Führung darin passend eingerahmt ist;aber abgesehen von diesem sachlichen Interesse gefällt uns schon,alle Einzelnheiten des Bauwerkes durch einen gemeinsamen Bezugzu seinem Zwecke widerspruchslos unter sich verknüpft und derAbsicht des Baues damit entsprochen zu sehen. Gelallt es uns dochbei Darstellung des Teufels auf der Bühne, wenn Alles richtig zurIdee des Teufels stimmt, ungeachtet uns die Idee des Teufels ansich nicht gefallt; es kommt bei dieser Art des Gefallens ebennicht auf den sachlichen Inhalt der Idee an; um so günstiger aber,wenn dieser uns dazu gefallt; so ist es aber, wenn ein Gebäudein allen seinen Einzelnheiten seiner Zweckidee entspricht.

Hienach muss überhaupt bei allen Gegenständen, welcheäussere Zwecke haben, auch die Form diesen Zwecken entspre-chen, um einem gebildeten Geschmacke zu entsprechen, theilsdesshalb, weil sich sonst die unlustvolle Vorstellung associirt, dass