Druckschrift 
1 (1897)
Entstehung
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194
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cheninhalt (= einem Quadrat von 80 Millim. Seite) aber verschie-denem Seitenverhältniss, das kürzeste davon ein Quadrat mit demSeitenverhältniss 1:1, das längste mit dem Yerhältniss 2:5, da-zwischen auch das goldne Schnittrechteck mit 21 :34, wurdenauf einer schwarzen Tafel ausgebreitet, und zwar in jedem neuenVersuche (mit einem neuen Subjecte) in neuer zufälliger Ordnung,kreuz und quer in verschiedenster Winkelstellung zu einander.So wurden sie im Laufe mehrerer Jahre Personen aus den ver-schiedensten, nur immer gebildeten, Ständen, von verschieden-stem Charakter, ohne Auswahl Solcher, denen vorweg ein guterGeschmack zuzutrauen*), etwa vom 16. Altersjahre an, wie sichsolche gelegentlich zu den Versuchen darboten, vorgelegt, und dieFrage gestellt, welches von den verschiedenen Rechtecken, untermöglichster Abstraction von einer bestimmten Verwendungsweise,den wohlgefälligsten Eindruck mache, oft auch die Frage damitverbunden, welches den wenigst günstigen. Die Vorzugs- wieVerwerfungsurtheile wurden summirt, für männliche und weib-liche Individuen gesondert, und dabei die in folgender Tabellegegebenen Zahlen erhalten, wobei zu bemerken, dass, wenn einePerson zwischen 2 oder 3 Rechtecken im Vorzug oder der Verwer-fung schwankte, diese mit je 0,5 oder 0,33 notirt wurden, so dassdoch jede Person im Ganzen nur mit 1 bei einem Versuche in Rech-nung kam; daher die (zum Theil durch mehrfache Summirungentstandenen) Bruchwerthe bei den Zahlen. Von männlichen In-dividuen sind solchergestalt im Ganzen 228, von weiblichen 119,von Verwerfungsurtheilen 150 m. und 119 w\ erhalten. Dasquadratische Verhältniss ist durch Bezeichnung mit , und dasgoldene Schnittverhältniss durch Bezeichnung mit Q besondersherausgehoben.

*' Diess aus dem dreifachen Gesichtspuncte, dass das Urtheil über denGeschmack Anderer ein sehr subjectives ist, dass die Bestimmung über dendurchschnittlichen Grad der Wohlgefälligkeit rücksichtslos auf Unter-schiede des Geschmackes ihren eigenen Werth hat, und dass, da ein schlech-ter Geschmack vom guten eben so oft nach einer ais der andern Richtungabweichen kann, zu hoffen ist, im Durchschnitt vieler Fälle ohne Unterschei-dung des Geschmackes doch zu demselben Resultate zu kommen, als wennman blos Personen von gutem Geschmack zuzöge. ^Indern man aber neben-bei auf die Urtheile der Personen, denen man einen besonders guten Ge-schmack zutraut, achtet, erhält man zugleich Gelegenheit zu prüfen, ob sichdie so vorausgesetzte Cebereinstimmung wirklich findet.