Druckschrift 
1 (1897)
Entstehung
Seite
164
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ist, dem wir mit unserm Gange nur entgegenzukommen haben,uns derünterordnung der musikalischenBeziehungen unter werth-volle allgemeinere Beziehungen des Weltganzen erinnern, nurmöchte ich die specifische Wirkung der Musik selbst nicht in einersolchen Erinnerung suchen.

In Betreff der Begeln, von welchen die musikalische Wohl-gefälligkeit abhängt, ist nach besondern Beziehungen auf musika-lische Special- und Fachwerke zu verweisen. Die fundamental-sten Gesetze in dieser Beziehung freilich scheinen mir noch imDunklen zu liegen, oder wenigstens noch einer hinlänglichen Be-stimmtheit zu ermangeln. Wie S. 66 erwähnt, glaube ich, dassdas Princip der einheitlichen Verknüpfung des Mannichfaltigeneine Hauptrolle dabei spielt, wozu (bezüglich der Auflösung vonDissonanzen) ein Princip der ästhetischen Versöhnung in Mitrück-sicht kommen mag. Die Beziehungen des Tacts und Rhythmus,die Beziehungen verschiedener Grundtöne in Betreff der Gleich-heit und Ungleichheit der Obertöne so wie unter einander, undder Aufbau höherer Beziehungen über niedren dazwischen gebenAngriffspuncte für erstres Princip und zwar höchst mannichfacheund wechselnde Angriffspuncte. Das Princip scheint sich so zusagen mit Lust darin zu entfalten und zu ergehen, in um so höhe-ren Regionen, je höher die musikalische Entwicklung ansteigt. Keinandres Gebiet bietet in dieser Beziehung einen Spielraum gleichgünstiger Bedingungen dar. Aber es ist zuzugestehen, dass diessPrincip in der allgemeinen Aufstellung, die sich ihm bisher hatgeben lassen, viel zu unbestimmt ist, um eine in Besonderheitenausgeführte musikalische Theorie oder gar ein Mass musikalischerWohlgefalligkeit darauf zu gründen. Der fundamentalen Aufgabein dieser Hinsicht wird überhaupt schwer zu entsprechen sein,und ich verzichte selbst auf den Versuch dazu.

Hanslick vergleicht in seiner Schrift (S. 32. 33) den Eindruckder Wusik einmal mit dem der Arabesken, ein andermal mit demder kaleidoskopischen Figur. Beide Vergleiche sind bis zu gewis-sen Gränzen sehr treffend und erläuternd, obschon nur bis zugewissen Gränzen. Die Vergleichpuncte liegen darin, dass erstensbeiderlei Eiguren eben wie die musikalischen, wenn man von Fi-guren in der Musik sprechen will, ohne wesentliche Mitwirkung derAssociation ästhetisch wirken, nur dass man dabei blos Arabeskenaus sich dahinschlängelnden und verflechtenden Zügen von einheit-