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1 (1897)
Entstehung
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liehen Blume lässt sie als ein Lebendiges erscheinen und alle Asso-ciationen der wirklichen Blume möchten sich darauf übertragen;aber das associative Gefühl, dass sie doch vielmehr künstlich ge-macht sei, lässt jene Associationen nicht recht zur Geltung kom-men, ohne sie ganz bannen zu können. Das giebt einen Streit,den jeder empfindet, auch wenn er ihn sich nicht klärt. In ge-wisser Weise freuen wir uns der Künstlichkeit, wie jeder wohl-gelungenen Nachahmung, um so mehr, als etwas Wohlgefälligesdadurch nachgeahmt wird, in gewisser Weise aber wird das Wohl-gefallen, was wir an einer natürlichen Blume haben würden, da-durch verkürzt, dass wir uns die künstliche doch nicht mit denwirklichen Vorzügen der natürlichen vorstellen können.

5) Ergänzende Association.

Die Association kann nicht blos ausmalen, sondern auch ganzeStücke ergänzend zufügen, und hieran hängt es viel öfter als anVerhältnissen des directen Eindruckes, dass uns etwas zusammen-oder nicht zusammenzupassen scheint. \

Es sei in einem Bilderbuche die Figur eines Thieres, z. B.Hundes, halb verdeckt gegeben, so dass nur Kopf oder Körpersichtbar ist, so wird die associirende Vorstellung zum Kopf desHundes dessen Körper, oder zum Körper dessen Kopf ergänzendfügen, mit mehr oder weniger Bestimmtheit, je nachdem man diebetreffende Hunderace mehr oder weniger aus Erfahrung oder an-dern Abbildungen kennt; nur dass die associative Ergänzung dendirect sichtbaren Theil doch niemals in Bestimmtheit erreichen wird.Werde nun der verdeckte Theil aufgedeckt, so wird er uns zu demvorher erblickten und dieser zu jenem zu passen oder nicht zupassen scheinen, je nachdem er unserer Associationsvorstellung inden Gränzen der Bestimmtheit, die sie nun eben hat, entsprichtoder widerspricht, und hieraus nach dem Princip der Einstimmig-keit ein Gefühl der Befriedigung oder Nichtbefriedigung hervor-gehen können, das unter Umständen eine erhebliche Stärke zuerreichen vermag. Was sich nun aber hier zwischen zwei Theilenzeigt, von denen der eine von vorn herein offen vorliegt, der zweitenachträglich hiezu der Anschauung geöffnet wird, tritt auch ein, %wenn beide von vorn herein offen vorliegen. Jeder macht asso-ciationsweise gewisse Foderungen an den andern, je nach deren

Fe ebner, Vorschule d. Aesthetik. I. % Aufl. 7