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1 (1897)
Entstehung
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Gebiete des Gehörs gilt; doch reicht diese Entschädigung nichtüberall anderwärts zu. Ein irgendwie intermittirender Lichtreizkann uns durch seine Unterbrechungen geradezu peinlich werden;das Hinfahren über eine rauhe Oberfläche, deren Rauhheit doch nurauf Unterbrechungen ruht, wird Niemand behagen, und eben somissfällt jedem ein unregelmässiges Geklapper. Plötzliche starkeAenderungen kommen der völligen Unterbrechung im Effect nahe.Also steht allgemein gesprochen alles Rauhe, Grelle, Schroffe,Eckige, Abrupte, Zerrissene im Nachtheil der Wohlgefälligkeitgegen das Sanfte, Runde, Fliessende, in sich Zusammenhängende,aus einander Folgende, durchUebergängeVermittelte,undknüpfenwir nicht nur unwillkührlich die Vorstellung einer Ungefälligkeitan jene Ausdrücke, sondern brauchen sie auch geradezu zur Re-zeichnung einer solchen.

Der ästhetische Vortheil wie Nachtheil aus vorigen Gesichts-puncten kann freilich in unzähligen Fällen durch Gegenwirkungenüberboten werden. Dass das Weib rundlichere, fliessendere For-men hat als der Mann, begründet allgemeingesprochen einenSchönheitsvortheil desselben, der unter den vorigen Gesichtspuncttritt, vor dem Manne; aber unmöglich wäre es, die weiblicheSchönheit allein aus diesem Gesichtspuncte zu verstehen und da-nach zu messen. Das dicke fette Weib gefällt uns trotz dem, dasses in fliessender Rundung der Formen das schönste, um so mehr-den schönsten Mann übertrifft, doch schon deshalb weniger, weilfür eine nicht zu kurze Betrachtung das Bedürfniss der Mannich-faltigkeit durch die einfachem Rundungen der Form weniger be-friedigt wird, missfällt uns aber sogar, weil sich an die Formender Corpulenz die ungefällige Vorstellung von einer Beschwerungdes Körpers durch eine Masse, die seinen Kräften nichts zusetzt,nur seiner freien Beweglichkeit schadet, von überschrittener .lu-gend, von trägem Leben knüpft; indess bei Persern und Türken,denen träge Ruhe eher gefällt als missfällt, wegen geringem Bedürf-nisses der Abwechselung und Zurücktretens jener Associationenjunge Mädchen sogar gemästet werden, um sie durch rundlichereFormen um so reizender zu machen.

Eine viereckige Tasse vermöchte uns nicht eben so gut zugefallen als eine runde, ungeachtet sie dem Zweck eben so gut ent-spräche, weil, alles Uebrige gleich gesetzt, das Runde überhauptgefälliger als das Eckige ist; aber in unzähligen Fällen ziehen wir