299
Welch ein Glücksfuiid, welch eine Perle für eine gut einge-richtete Polizei! Ein Mensch, der ohne Paß nnd ohne Papiereirgend einer Art sich nach der Residenz bezieht; der, mn sich recht zuverstecken, sich für einen Russen ansgiebt, und non dem ein beson-deres Glück sogleich an den Tag legt, daß er die Sprache nicht ver-steht. Die armen Engländer genießen aber der wohlthätigen Ein-richtung nicht. Die Verlegenheit, die mich verriet!), wurde nichteinmal bemerkt; man glaubte mir aufs Wort, und ich war so sicherwie bei uns ein Spitzbube, der sich selber seine Pässe geschmiedet hat.
Ich stieg ans Unkenntnis; der Stadt in der City ab, Fleet-Street, Belle Sauvage-Znn. Die Welt, in welcher ich mich bewegenwollte, war in Westminstcr, Piccadilly. Sieben Tage in Londonfassen mehr Erlebtes-, mehr Gesehenes, als drei Jahre an Bord einesSchiffes auf hoher See und in Ansicht fremder Küsten; — in Lon-don, das nächst und abwechselnd mit Paris die Geschichte für dieübrige Welt macht und verkündigt. — Ich werde nicht von jedemVogel, den ich hier habe fliegen sehen, Rechenschaft ablegen.
Ich habe in London ausschließlich mit Gelehrten gelebt nnd inMuseen, Herbarien, Bibliotheken, Gärten und Menagerien meineZeit verbracht. Schon die Namen der Männer hcrzuzählen, denenich mich dankbar verpflichtet fühle, würde mich zu weit führen.Die Bibliothek von Sir Joseph Banks war gleichsam mein Haupt-quartier. Sir Robert Brown, welcher derselben Vorstand, war fürmich von ausnehmender Dienstfertigkeit. — Ich hatte die Ehre, Sir» Joseph Banks vorgcstellt zu werden. Ich sah unter Anderen beiihm den Kapitain James Bnrney, den Gefährten Cook's auf seinerdritten Reise nnd Verfasser von der Obronvloxnoul bistor/ ok timäiscaveries in tbo 8anib 8im, einem Meisterwerke gründlicher Ge-» lehrsamkeit und seltener gesunder Kritik. — Mich erkühnt zu haben,I in der Frage „ob Asten und Amerika zusaimnenhangen oder durch3 die See getrennt sind", gegen einen Mann wie James Bnrney auf-zutreten und Recht gegen ihn behalten zu haben, ist eines derDinge, die mich in meinen eigenen Augen ehren.
Ich ging einst in einem Museum auf und ab, die Schreibtafelin der Hand, und schrieb mir über Gegenstände, die meine Auf-