278
Don Pepe ließ sich meine Cigarrenenden geben und vcrtheilte siemit großer Gerechtigkeit unter sein Kommando.
Wir erreichten am dritten Tage den Bergkamm, den Rand desErhebungs-Kraters, von wo der Blick in die Laguna de Bongbongund auf den Vulkan de Taal, der in ihrer Mitte einen traurigen,nackten CircuS bildet, hinabtaucht. Von da kamen wir abwärtsdurch den Wald nach Westen zu dem jetzigen Burgflecken Taal amchinesischen Meere. Hier war es, wo sich ein Pferd verlor. Ichbrachte einen Theil des Morgens des 15. im Bade zu und fuhr amNachmittag in einem leichten Kahne mit Don Pepe und einem mei-ner Tagalen den Abfluß der Laguna bis zu derselben hinauf. Wirrasteten in einer ärmlichen Fischerhütte und schifften uns bei Nachtzur Ueberfahrt nach dem Vulkan wieder ein. Hier war es, woDon Pepe mich beschwor, ja auf meiner Hut zu sein, wohl michumzuschauen, aber zu schweigen. Der Vulkan, welcher den India-nern nicht feind sei, werde von jedem ihn besuchenden Spanier zuneuen Ausbrüchen gereizt. Ich entgegnete dem guten Tagalen: ichsei kein Spanier, sondern ein Indianer aus fremdem Lande, — einRusse. — Eine Spitzfindigkeit, die seine Besorgniß nicht zu be-schwichtigen schien. Ich nahm mir vor, seiner Meinung nicht zutrotzen, sondern mich ganz nach seiner Vorschrift zu richten. Er hattesie aber selber früher vergessen als ich.
Wir landeten über dem Winde der Insel. Die ersten Strah-len der Sonne trafen uns auf dem Rande des höllischen Kessels.Wie ich diesen Rand verfolgte, um einen Punkt des Umkreises zuerreichen, auf welchem in das Innere hinabzusteigen möglich schien,hatte Don Pepe alle Vorsicht vergessen. Er war entzückt, ein Wage-stück zu vollbringen, das, meinte er, kein Mensch vor uns unternommen,kein Mensch nach uns unternehmen werde. — Diesen Pfad würdenwir wohl allein unter den Menschen betreten haben. — Ich zeigte ihmbescheiden, daß Rinder ihn vor uns betreten hatten. — An den Ufernder Insel wächst stellenweise einiges Gras, welches abzuweiden einigeRinder auf dieselbe überbracht worden sind. Ich begreife nicht, waSdiese Thiere antreiben kann, den steilen nackten Aschenkegel zu ersteigenund sich einen Pfad um den scharfen Rand des Abgrundes zu bahnen.