Druckschrift 
3 (1864)
Entstehung
Seite
252
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Ocean's sehr verschiedentlich angewandt, bildet auf Radack ein kunst-mäßiges Ganze. Sie verhüllt und verunstaltet die Formen nicht,sie schließt sich ihnen an mit anmuthiger Verzierung und scheintderen" Schönheit zu erhöhen. Man muß den Haarschnitt derO-Waihierinnen tadeln, der sie ihres natürlichen Schmuckes beraubt.Bei den Radackern hingegen verwenden beide Geschlechter die größteSorgsalt auf ihr Haar, und die zierlichen Muschelschnüre, womitsie sich bekränze», erhöhen sehr zweckmäßig den Glanz der schwarzenLocken und die Bräune der zarten Haut. Befremdlich möchte ihrOhrenschmuck erscheinen, der von dem erweiterten Ohrlappen gehal-ten wird; ich muß jedoch bekennen, daß ich ihn von angenehmerWirkung gefunden habe.

Indem wir uns in unsere häßlichen Kleider einzwängen, ver-zichten wir auf den Ausdruck des Körpers und der Arme; die Mimiktritt bei unS Nordeuropäcrn ganz zurück, und wir schauen kaum demRedenden ins Antlitz. Der bewegliche, gesprächige Polynesier redetniit Mund, Antlitz und Armen, und zwar mit der größten Spar-samkeit der Worte und der Gebilden, so daß zweckmäßig der kürzesteAusdruck und der schnellste gewählt wird und ein Wink an dieStelle einer Rede tritt. So wird mit einem Zucken der Augen-brauen bejaht, und das Wort inAn erzwingt von dem O-Waihiernur der Fremde, der schwerfälligen Verständnisses seine Fragenmehrere Male wiederholt.

Unser Schuh- und Stiefelwerk hat für uns den Gebrauch derFüße auf das Gehen beschränkt. Dem vierhändigen Polynesier lei-sten sie noch ganz andere Dienste. Er hält und sichert mit denFüßen den Gegenstand, woran er mit den Händen arbeitet, dieMatte, die er flechtet, die Schnur, die er dreht, das Stück Holz,worauf er durch Reibung Feuer Hervorbringen will. Wie unbe-holfen, langsam und ungeschickt müssen wir uns bücken, um etwas,das zu unfern Füßen liegt, aufzuheben. Der Polynesier faßt es mitdem Fuße, der es der Hand von derselben Seite reicht, und er hatsich nicht gerührt und hat zu reden nicht aufgehört. Soll etwas,das auf dem Verdecke eines Schiffes liegt, entwendet werden, faßtes einer mit dem Fuße und reicht es dem andern; es wandert von