Druckschrift 
3 (1864)
Entstehung
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die amerikanischen Kaufleute dieses Bildes bemächtigt und hatten eSin den chinesischen Malerfabriken für den Handel vervielfältigen lassen.Choris hat ein Exemplar der chinesischen Ausgabe nach Europa mit-gebracht.

Am 30. November fing mit Sonnenuntergang die Feierlichkeiteines Tabu-pori an, um mit dem Sonnenaufgang des dritten Tageszu endigen. Begierig, den heiligsten Mysterien des O-WaihischenKultus beizuwohnen, wandte ich mich an Kareimoku, der ohne alleSchwierigkeit mich einlud und dessen Gast ich auf die Dauer desFestes im Heiligthume des Morai wurde. Er verließ gegen vierUhr das Schiff, und ich stellte mich vor Sonnenuntergang bei ihm ein.

Ich habe die Details der Liturgie und der heiligen Bräuche, dieman übrigens bei älteren Reisenden genau beschrieben findet, nichtausgezeichnet; aber Eins kann ich sagen: gegen die Lustigkeit, mitder sie vollzogen wurden, könnte die Lustbarkeit eines unserer Masken-bälle für ein Leichenbegängniß angesehen werden. Die religiösenHandlungen füllen nur einzelne Stunden aus. Wie bei der katho-lischen Liturgie, fällt das Volk stellenweise in den Gesang der fun-girenden Priester ein. Die Zwischenzeiten gehören der fröhlichstenUnterhaltung, und es werden gute Mahlzeiten abgehalten, wobei ichallein nach europäischer Art bedient wurde und gebackenen Taroanstatt des üblichen Breies bekam. Zur Mahlzeit wie zur Unter-haltung liegt man in zwei Reihen auf dem mit Matten belegtenEstrich, mit dem Kopfe nach dem trennenden Mittelgang, auf dendie Thür stößt. Die Gerichte werden auf Bananenblättern aufge-tragen, man führt die Speisen mit den Händen zu dem Munde,und der zähe Tarobrei, der das Brod vertritt, wird von den Fingernabgeleckt. Waschwasser wird vor und mach der Mahlzeit gereicht.Zu Nacht geben Fackeln von Kukuinüssen (LlonrUos trllubu), dieauf Stäbchen eingefädelt sind, ein sehr Helles Licht. Dieses allesim Morai nicht anders als zu Hause. Wer aus dem heiligen Be-zirke sich entfernen will, wird von einem Knaben begleitet, der jeg-lichem zur Warnung ein kleines weißes Fähnlein führt. Ein Weib,das man berühren würde, müßte sogleich getödtet werden; ein Mannmüßte sich nur im Morai der gleichen Absonderung unterwerfen.