Druckschrift 
3 (1864)
Entstehung
Seite
143
Einzelbild herunterladen
 

Am 21. zeigten sich uns einige Berglinien von O-Waihi durchdie Wolken.

Herr John Elliot de Castro, aus gemischtem englischen und por-tugiesischen Blute entsprossen, war so klein, daß ich ihn nur mit demZean Paul'schen kleinen Kerle vergleichen mag, der sich selber nichtbis an die Knie ging, geschweige denn längeren Personen. Er war

ein frommer Katholik und setzte seine Hoffnung in ein Band von

der Brüderschaft des heiligen Franciscus, welches er trug und kraftdessen ihm ganz absonderlicher Jndult zu Theil werden sollte. Erwar in Rio-Janciro vcrheirathet und daselbst als Chirurgus bei einemHospital angestellt. Aber er war auch verliebt und unglücklich ver-liebt, und diese Leidenschaft hatte ihn in die weite Welt und in vie-les Unglück getrieben. Er war nämlich in zwanzig tausend Piasterverliebt, zu deren Besitz er nicht gelangen konnte, und von denen ersprach mit einer ergreifenden Sehnsucht, mit einer Wahrheit undTiefe der Empfindung, mit einer Hingerissenheit, die den wenigstenMuscnalmanachsgedichten eigen sind. Seine Liebe war wirklich dich-terisch; rührend war es ihn zu sehen, wie er über den Bord des

Rurik's sich bog und dort in die blaue Ferne ein Segel sich log:

ein Amerikaner! piasterbeladen vom Schleichhandel mit den Padresder spanischen Küste! Wir haben mehr Kanonen als er! wir könn-ten ihn kapern! Es war aber nicht einmal das Schiff da.Wie er einst Tabak in Buenos-Ayres einzuschmnggeln versucht, warer daselbst in Gefangenschaft gerathen. Bevor er das Glück beiHerrn Baranoff gesucht, der ihm nur zu einer zweiten Gefangen-schaft unter den Spaniern verhelfen, hatte er cs zwei Jahre langauf den Sandwich-Inseln erwartet, woselbst er mit den Perlen vonPearl-River einen Handel zu treiben versucht, der seiner Hoffnungnicht gelohnt. Er war indeß Leibarzt des Königs Tameiameia ge-worden, der ihn mit Land beliehen hatte, und jetzt in seine dortigeFamilie heimkehrend, erwartete er seine Besitzungen in guten: Standezu finden und vertraute seinem alten Verhältnisse.

Der Umgang mit unserm Gaste während der Tage der Ueber-fahrt war mir unschätzbar lehrreich. Wohl hatte ich, was über dieSandwich-Inseln geschrieben war, gelesen, und hatte über deren