Druckschrift 
3 (1864)
Entstehung
Seite
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solch peinliches Gefühl durchbohrt. Ich schreibe es zu meiner De-müthigung nieder. Was der Matrose gethan, war ich nicht imStande zu thun. Jener schwamm zu uns wieder her, und wir ru-derten zum Schiffe. Auf den erstatteten Bericht ward ein Pramaus allem beweglichen Holze am Bord verfertigt, und wir fuhrenam andern Tage in zweien Booten der Insel zu. Die Boote ankertenin großer Wassertiefe zunächst der Brandung; der Matrose schwammmit der Leine ans Land, und mit Hülfe des Pram's konnten wireinzeln das Ufer erreichen, wo uns die schäumende Welle übergoß.Wir durchwandelten nun fröhlich den Wald und durchforschten dieInsel. Wir lasen alle Spuren der Menschen auf, folgten ihren ge-bahnten Wegen, sahen uns in den verlassenen Hütten um, die ihnenzum Obdach gedient. Ich möchte das Gefühl vergleichen mit dem,was wir in der Wohnung eines uns persönlich unbekannten, theurenMenschen haben würden; so hätte ich Goethe's Landhaus betreten,mich in seinem Arbeitszimmer umgesehen. Daß diese Insel keinefesten Wohnsitze hat und nur von andern uns unbekannten Inselnher besucht zu werden scheint, habe ich in den Bemerkungen gesagt.

Der Tag, der ohnehin das Osterfest der Russen war, wurdefestlich, und auf dem Rurik mit Kanonenfeuer begangen. Die Mann-schaft erhielt doppelte Portion. Wir brachten den auf dem SchiffeZurückgebliebenen etliche Cocosnüsse mit. Sie zu erhalten, war dieAxt an den Baum gelegt worden, ein Verfahren, das mir in dieSeele schnitt; zur Sühne hatte man die Axt daselbst gelassen.

In der Nähe der niedern Inseln, deren Aufnahme uns in denfolgenden Tagen bis zum 25. April beschäftigte, ließen sich die See-vögel nur sparsam sehen; dagegen waren die fliegenden Fische häufig.Hier sah ich auch ein Mal eine Wasserschlange im Meere schwimmen.

Wir entbehrten schon lange aller frischen Nahrung; das Wasserward uns am 28. April zum ersten Male zugemessen. Die Portionwar aber vollkommen hinreichend, und ich verbrauchte von der mei-nen nur einen Theil. Ich hätte mich im Nothfall mit Seewasserauch begnügt. Ich habe oft auf Exkursionen Seewasser getrunken,ohne Widerwillen und ohne Nachtheil: ob es mir aber den Durstlöschte, wie süßes Wasser, könnte noch gefragt werden. Die häufigen