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meine müden Knochen zu seiner Zeit, so Gott will, neben den deinenzur leichten Ruhe auszustrccken. Mein guter Eduard, es lebt sichauf so einer Reise eben wie zu Hause. Viele Langeweile währenddes Sturmes, wann der Mensch es vor lauter Schaukeln und Wie-gen zu weiter nichts bringen kann, als zu schlafen, Durack (Oer-mnnis: Schafskopf) zu spielen und Anekdoten zu erzählen, worin ichallerdings noch einmal unerschöpflicher bin, als ich selbst glaubte.Sehr unglücklich und zerknirscht, wann man wieder in Reibung mitder Gemeinheit gerathen ist; froh, wann die Sonne scheint; hoff-nungsvoll, wann man das Land sieht; und wann man darauf ist,wiederum gespannt es zu verlassen. Man sieht immer stier in dieZukunft hinein, die unablässig als Gegenwart über unser Hauptwegfliegt, und ist an den Wechsel der Naturscenen eben so gewöhnt,wie daheim an den Wechsel der Jahreszeiten. Der Polarstern (rärav 7rv-.ov ist untergegangen, und das werden wir auch zu
unserer Zeit thun; die Kälte kommt vom Süden und der Mittagliegt im Norden; man tanzt am Weihnachtsabend im Orangenhainu. s. w. Was heißt denn das mehr, als daß eure Dichter die Weltaus dem Halse der Flasche betrachten, in welcher sie eben eingeschlossensind. Auch das haben wir los. Wahrlich ihr Süden und Nordenund ihr ganzer naturphilosophisch-poctischer Kram nimmt sich davortrefflich aus, wo einem das südliche Kreuz im Zeuith steht. Esgiebt Zeiten, wo ich zu meinem armen Herzen sage: Du bist einNarr, so müssig umherzuschweifen! Warum bliebest du nicht zuHause und studirtest etwas Rechtes, da du doch die Wissenschaft zulieben vorgiebst? — Und das auch ist eine Täuschung, denn ichathme doch durch alle Poren zu allen Momenten neue Erfahrungenein; und von der Wissenschaft abgesehen, wir werden an meinerReise Stoff auf lange Zeit zu sprechen haben, wenn schon die altenAnekdoten zu welken beginnen. Lebe wohl." — —
Am 8. März 1816 gingen wir unter Segel, nachdem unserFreund Don Miguel de Rivas sich weinend unfern Umarmungenentwunden hatte.