Druckschrift 
3 (1864)
Entstehung
Seite
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führt über Matanza und Mttorici, zwei Namen, die, auf den Kar-ten der spanischen Colonien oft wiederkehrend, das Schicksal dereingeborncn Völker bezeichnen: Sieg und Gemetzel. Man gelangterst bei Vittoria in die Weingärten, die der Stolz und der Reich-thum der Insel sind. Die Aussicht über das Gebirge und die Küste,den Pic und das Meer, ist ausnehmend schön, zumal, wie sie sichuns darbot, im Spiele der Wolken und der Abendsonne. Die Wol-ken bildeten sich unten am Gestade und zogen von Zeit zu Zeit andem Abhang des Gebirges den Höhen zu. Auch der Gipfel desPic's erschien, bedeckt von frisch gefallenem Schnee, durch die Nebel.Ich sah aber diesem Berge seine Höhe nicht an; der Eindruck ent-sprach nicht der Erwartung. Wohl hat sich mir in unfernSchwcizeralpen die Schneelinie als Maaßstab der Höhen eingeprägt,und wo dieser nicht anwendbar ist, bin ich ohne Urthcil.

Wir hatten uns verspätet und hätten in Oratava nur Stundender Nacht zubringcn können; wir fanden es angemessen, nicht weiterzu gehen. Ich rauchte, votum solveus, eine Pfeife unter einemPalmbaume, schnitt mir zum Andenken ein Blatt desselben ab undgebrauchte die Rippe als Wanderstab; wir suchten ein Unterkommenfür die Nacht. Wir mußten bis Matanza zurück gehen, wo wir ineiner Hütte Weintrauben fanden und als Lager die nackte Erde.Um animalische Nahrung nicht ganz zu entbehren, hatten wir selberin verschiedenen Häusern Hühnereier aufgekauft.

Wir kehrten am 31. bei anhaltendem Regen über Laguna, wowir noch einen Garten besuchten, nach Santa Cruz zurück. Zuvor-kommend traten uns hier verschiedene unterrichtete Burger entgegenund luden uns ein, Gärten, Naturaliensammlungen, Guanchen-Mu-mien zu sehen; unsere Zeit war aber abgelaufen.

Auf unserer Wanderung erschien uns im Allgemeinen daS Volkäußerst arm und häßlich, dabei heiteren Gemüths und von großerNeugierde. Die spanische Würde, die sich in den Sprachformendarthut, trat uns hier achtunggebietend zum ersten Mal unter Lum-pen entgegen.Euer Gnaden' ist bekanntlich auch unter dem nie-drigen Volk die bräuchliche Anrede.