Druckschrift 
3 (1864)
Entstehung
Seite
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auf der Rhede von Kopenhagen angelangt. Wir lichteten am 17.mn 4 llhr des Morgens die Anker, die wir vier Stunden spätervor Helsingör wiederum auswerfen mußten. Der Wind, der ab-wechselnd nur zur Ein- oder Ansfahrt das Thor offen hält, warduns erst am Morgen des 19. günstig, an welchem Tage wir um10 Uhr des Morgens durch den Sund fuhren, und mit uns zugleichüber sechzig andere Schiffe, die auf denselben Moment gewartethatten. Wir salutirten die Festung, ohne ein Boot abzuwarten, dasvom Blockschiff auf uns zuruderte; und rascher segelnd als die Kauf-fahrer um uns her, überholten wir schnell die vordersten und ließenbald ihr Geschwader weit hinter uns. Der Allgenblick war wirk-lich schön und erhebend.

Wir hatten auf der Fahrt durch die Nordsee fast anhaltendwidrige Winde bei naßkaltem Wetter und bedecktem Himmel. Nachlangem Lavircn mußte uns ein Schiff, das wir anriefcn, das Leucht-schiff am Ausfluß der Themse zeigen, das wir noch nicht entdeckthatten. Ich ward in der Nacht vom 31. August zum 1. Septem-ber auf das Verdeck gerufen, um die Feuer der französischen Küstebei Calais brennen zu scheu; der Eindruck entsprach nicht ganzmeiner Erwartung. Am Morgen brachte uns ein günstiger Wind-hauch durch die Dover-Straße. Albion mit seinen hohen weißenKüsten lag uns nahe zur Rechten, fern zur Linken dämmerte Frank-reich im Nebel; wir verloren es allmnlig außer Sicht und es wardnicht wieder gesehen. Wir mußten noch am selben Tage die Ankerauf einige Stunden fallen lassen. Am 7. September Mittags gingenwir vor der Stadt Plymouth im Cathwater vor Anker.

Die Zeit dieser Fahrt war für mich eine harte Lehrzeit. Ichlernte erst die Seekrankheit kennen, mit der ich unausgesetzt rang,ohne sie noch zu überwinden. Es ist aber der Zustand, in den dieseKrankheit uns versetzt, ein erbärmlicher. Theilnahmlos inag inannur in der Koye liegen, oder oben auf dem Verdecke, am Fuße desgroßen Mastes, sich vom Winde anwehen lassen, wo näher demMittelpunkte der Bewegung dieselbe nnmerklicher wird. Die einge-schlossene Luft der Kajüte ist unerträglich, und der bloße Geruch derSpeisen erregt einen unsäglichen Ekel. Obgleich mich der Mangel