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3 (1890) (LIV.) Rede gegen Konon [u.a.] (XXIII.) Rede gegen Aristokrates
Entstehung
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(XXIII.) REDE GEGEN ARISTOKRATES.

EINLEITUNG.

1. Unter den Hauptleuten der Freibeuterscharen, welcheseitdem das Söldnerwesen eingerissen, zur Landplage für Grie-chenland geworden waren, nimmt wohl die erste Stelle ein Cha-ridemos, aus Oreos auf Euböa stammend, ein Mann, wenn auchnicht von eminenten militärischen Talenten (s. § 155), doch vonpersönlicher Tapferkeit, der namentlich in allen Arten des klei-nen Krieges wohl bewandert, unternehmend und nie um einAuskunftmittel verlegen war, aber auch keines, selbst das schlech-teste nicht scheute, und heute diesem, morgen jenem feil war.Schon früher hatten ihn die Athener um geleisteter Dienstewillen mit ihrem Bürgerrechte beschenkt (§ 23. 69. 151): dieswar indes für Leute seines Schlages kein Grund sich erkennt-lich zu beweisen, im Gegenteil, während der Kämpfe, welchedie Athener seit Ol. 104, 2. 362 in Thrakien mit Kotys unddessen Sohn und Nachfolger Kersobleptes um ihre Besitz-ungen am Hellespont zu bestehen hatten, bot Charidemos, wennauch zu Zeiten wieder durch ein Mehrgebot für das athenischeInteresse gewonnen, doch alles auf, um diesem Abbruch zu thun,zumal seit dem Tode des Kotys, wo er den jungen König Ker-sobleptes, mit dem er sich mittlerweile verschwägert hatte, amGängelbande führend der Leitung der thrakischen Angelegen-heiten sich bemächtigte und mit den von den Athenern gegenihn ausgesandten Strategen einen Vertrag nach dem andernschlofs, um keinen zu halten (§ 148183). Auch der Ver-trag endlich, kraft dessen Kersobleptes von Cbares bedroht01. 105, 3. 357 auf den Besitz des thrakischen Chersones mitAusnahme von Kardia förmlich verzichtete (§ 173), führte nureinen notdürftigen Zustand der Sicherheit herbei und wardnur so lange gehalten, als die Anwesenheit der athenischen Flotte*n den thrakischen Gewässern während des Bundesgenossen-