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Deutsche Familiennamen nach ihrer Entstehung und Bedeutung, mit besonderer Rücksichtnahme auf Zürich und die Ostschweiz
Entstehung
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dann ein Stammort dieses Namens gesucht werden), Schle-singer = der Schlesier, Oppenheim (Stadt in Rheinhessen),Bolag, Polak = der Pole, Begerli = der kleine Bayer,Pickard = der aus der Picardie, Moos, wenn nicht ausMoses zusammengezogen = der aus einer der zahlreichenOrtschaften dieses Namens Stammende.

Andere sind Personennamen biblischen oder talmu-dischen Ursprungs, welche zu Familiennamen gewordensind, wie (nach Herrn Jakob Dreifuss) Raphael, Iläneli,Lehmann, Qedeon, Isaak, Meyer, Levi, Moses.

Eine dritte Klasse sind die ohne Zweifel aus Ueber-namen entstandenen Familiennamen, wie /Hoch (wohl so vielals ein vierschrötiger, plumper Mensch), Ris (der Riese) u. s. w.

Brey fass,ein zumeist in Frankreich viel verbreiteter,in Deutschland nur sporadisch auftretender Familienname,hat natürlich weder mit der Zahl drei noch mit Fuss etwaszu schaffen; es ist ein sehr alter, sich bei einem französi-schen jüdischen Gelehrten des Mittelalters schon findenderName, der ursprünglich Trivous geschrieben worden seinsoll und von welchem vermuthet wird, er sei von dem Namender französischen Stadt Troyes abgeleitet. Es hat die Ver-muthung viel für sich, dass die Dreyfussschen Familienvon spanischen Juden abstammen. (Herr Jakob Dreifuss.)

Anders geartet als diese altschweizerischen Judennamensind vielfach die deutschen Familiennamen der Juden ausOesterreich, Preussen, Polen u. s. w., wo die Israeliten am?längsten sich ohne Familiennamen behalfen und in Oester-reich erst unter Joseph II. durch die Gesetzgebung undin Preussen durch Hardenbergs Edict vom 11. März 1812dazu genöthigt wurden. (Vergl. Einleitung, S. 8.)

Hier tritt uns nun vielfach Erkünsteltes, Gesuchtes)Affectirtes, ja geradezu Abgeschmacktes und einer ver-^nünftigen Namengebung ins Gesicht Schlagendes entgegen;

Zwar sind auch in diesen Ländern vielfach was javor Allein nahe lag die hebräischen alttestamentliehenNamen entweder unverändert ( Ahraham, Israel, Simon u.s.w.)oder in genitivischer Form ( Jakobi, Joseffy u. s. w.), odermit Anfügung der AbleitungssilbeSohn (Ahrahamsonf