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Pfenninger hiess man wolil ursprünglich denjenigen,welcher eine gewisse kleinere Steuer oder Abgabe zu er-heben hatte. Man denke hiebei an das früher in Bern undLuzern bestanden habende Amt der Böspfenniger, denen es-in Bern oblag, den „Böspfennig“ einzuziehen, eine Abgabeauf dem Wein, welchen der Privatmann sich für seinenHausgebrauch in den Keller legte. Auch das CompositumPfundpfenning er kommt vor (Urban Pf. von Ravensburg,im Glückshafenrodel von 1504).
Noch mögen einige von Aemtern und Würden ausgrossem staatlichen Verhältnissen und aus der Rechtspflegeentlehnte Familiennamen Erwähnung finden. Kanzler (Nik-laus K., Steuerbuch 1357). Kenzler, aus dem mittellateinischencancellarius, ist der Vorgesetzte der Kanzlei. Unter Klägerist wohl der öffentliche Ankläger zu verstehen, den wir heuteStaatsanwalt nennen. Richter erklärt sich selbst; dengleichen Sinn soll der Name Tschudi haben, den FriedrichBecker als Umdeutschung des lateinischen Wortes judexerklärt, welche Erklärung vielfachen Beifall gefunden hat.Stuhlsess (Walter Stulseze, ein freier Mann, 1299 in denUrkunden von Töss, Hans Stulsetz in Dättlikon, 1468 imSteuerbuch) bezeichnet den Beisitzer oder Schöffen im Land-gericht. Vogt , V'ögtlin, Vögtle, niederdeutsch Faudt, aus demmittellateinischen vocatus = advocatus bedeutet ursprünglichden „Schirmherrn“, dann den von demselben eingesetztenStellvertreter, daher besonders „Statthalter, höherer welt-licher Richter“ (Heintze). Besserer, der Name eines be-rühmten altadelichen Patriciergeschlechtes der Städte Ulmund Ueberlingen, kommt nach Becker und Andresen ver-muthlich davon her, dass der allgemeine Begriff emendator,schon im Mittelhochdeutschen bezzeraere, eine besondereBedeutung, etwa des Beamten, der Bussen einzieht, ange-nommen hat. Freimann endlich kann nicht bloss den Freienoder Freigelassenen, sondern auch den „Freiknecht“, Scharf-richter, carnifex bedeuten.
Von den Benennungen der zahlreichen Aemter undChargen, welche im Mittelalter den Hofstaat geistlicher oderweltlicher Fürsten und Herren bildeten, sind fast alle zu