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worden*) lind zwar desshalb, weil sie die Kunst statt umder Ehre willen für Geld ausübten, und batten nur dieTrompeter und Pauker wegen ihres Dienstes bei der Reitereiund an Höfen, dann die ebenfalls fest bestallten Stadt- oderKunstpfeifer, welche von den Thürmen ihre Choräle bliesen,sich volle Standesehre zu erringen vermocht, so waren nochgeringer als die Spielleute die andern landfahrenden Leutegeachtet gewesen, die Gaukler, Luftspringer, Seiltänzer,Zahnbrecher, Klopffechter u. s. w. Auch von den Benen-nungen dieser leichten und unstäten Leute sind etwelche zuFamiliennamen geworden, die heute von manch einem soliden,sesshaften Mann und Haus- oder Grundbesitzer geführtwerden mögen, so z. B. Gaugier, Gaukler, llafengaukler(„Blesi Hafengögler mit den sechs Zehen am linken Fussvon Füssen“, Glückshafenrodel 1504), Narr (C. Harro, Steuer-buch 1357, sofern man diesen Namen nicht einfach denSchimpfnamen beizählen will), Schirmer = Fechter, Fechter(welchem Namen wir indessen auch bei den Amtsnamenwieder begegnen werden), Springer, vielleicht auch Stelzer,Tänzer (Heini Thantzer, Steuerbuch 1400), Ahentheurer(Auentürerin und Herr Hans Afenthürer in Engstringen, beideim Steuerbuch 1400), Landfahrer. (Jakob Lantfarer, Bürgerzu Solothurn, in den Regesten von Fraubrunnen), Siirnen-stössel (Heini St., Steuerbuch 1408).**)
Wenn wir die Abtheilung der vom Berufe entlehntenNamen mit dem im Mittelalter wie in der Gegenwart gleichhochgeehrten Berufe des Kriegers schliessen wollen, so sinddie hieher gehörenden Namen — mit Ausschluss der der
*)'Vergl. hiezu das schöne Buch von Dr. Otto Benecke: „Vonunehrlichen Leuten“, Hamburg 1803.
**) Die Stirnstosser oder Stirnstössel bilden eine besondere Speciesvon Bettelvollr, über welche die „Basler Rechtsquellen“, Osenbriiggens„Rechtsgeschichtliche Studien“, pag. 400, und Zarncke’s Ausgabe vonBrandt’s Narrenschiff nähern Aufschluss geben. Sie werden dort meist imgleichen Athemzuge mit den Blinden, Lahmen, Gylern (unverschämteBettler), mit denen, die erdichtete Gebrechen vorgeben, und den „Heil-thumführern“ also denjenigen, welche mit (falschen) Reliquien hausiren,genannt. Es waren starke, lniissige Bettler, ursprünglich aber wohleine Art umherziehender Fechter gewesen.