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Stadt Zürich, bevölkert — stossen wir auf Persönlichkeiten,welche eine Reihe von Jahren hindurch nur wie folgt benanntsind:
„Her Schniders Junkfrow (Magd), Her Caspar MantzenJunkfrow, Hemerlis Junkfrow, Gutli, Jung Hans, Schul-meister, Wurtzenmann, Lienhart mit dem Karren, Aferli,Küngolt-, die von Ermendingen, lang Bärbel, Zanbrecher,Ulrice Medicus“ — diese Beiden zweifelsohne zwei übleQuacksalber — „des alten Hansen von St. Gallen frow,lang Margreth, Katherin, Peter der Deck, des Fryen Metz(Concubine), blathrecht Frow, swartz Ann, Frowenwirtin,Dorle dz lang, Affatiirerin, bapyrers Frow, rosilg“ u. s. w.
Je jünger die Fronfastengeldrödel werden, desto mehrnimmt die Zahl dieser namenlosen oder unvollständigbenannten Individuen ab; aber dass man sich noch amEnde des 16. Jahrhunderts nichts daraus machte, auch inderartigen halbofficiellen Verzeichnissen Leute, deren Per-sonen- und Familiennamen einem nicht gleich einfielen,schlechtweg mit einer geläufigem Umschreibung zu benennen,zeigt noch der Rodel von 1587, wo sogar Standespersonenwie Martin Gyger, der gewesene letzte Abt des St. Georgen -Klosters in Stein am Rhein, einfach als „Apt ab dem Bühel“,unter den Burgherren oder „Landsassen“ auf der zürche-rischen Landschaft einer kurz als „der uff Dübelstein“, unterden adelichen Frauen eine als „Frow zum Mohr enkopf“ undunter den übrigen Frauen zwei als „die uff der Corherren“und „die Alt zum Schneggen“ bezeichnet sind.
Zu ähnlichen Schlüssen, wie wir sie aus den Fronfasten-geldrödeln der Constaffel für die niedrigen Schichten derDienstboten, Taglöhner, Quacksalber etc. gezogen haben,gelangen wir an der Hand der Reisrödel des Staatsarchivs— also der Verzeichnisse der für einen bestimmten Kriegs-zug ausgehobenen Mannschaften — aus dem Ende des 15.und Anfang des 16. Jahrhunderts auch noch für einzelneder zünftigen Kreise. Wenn die Fronfastengeldrödel unsLeute kennen gelehrt haben, die 250 Jahre nachdem dieFamiliennamen allgemein geworden, noch ohne solche vege-tiren, so zeigen uns die Reisrödel aus der gleichen Zeit