Druckschrift 
Deutsche Familiennamen nach ihrer Entstehung und Bedeutung, mit besonderer Rücksichtnahme auf Zürich und die Ostschweiz
Entstehung
Seite
22
Einzelbild herunterladen
 

22

Constaffel hinab, so stossen wir auf eine grosse Zahl vonPersönlichkeiten, zu der Klasse der Dienstboten, Zuge-wanderten, fahrenden Leute u. s. w. gehörend, nach derenFamiliennamen, wenn sie überhaupt im Besitze eines solchengewesen sind, Niemand fragte, um die man sich nicht küm-merte. Diese Leute nannte man einfach nach der Hantirung,die sie eben trieben, nach ihrer Anstellung, nach eineräusserlich auffallenden Eigenschaft, Frauen auch einfach beiihrem Vornamen. Unter den Männern, die alle Fronfasteneinen Schilling geben (1508Hindersäs so 1 js geben),finden wir neben solchen mit vollen Personen- undFamiliennamen 1501, 1506, 1508, 1509 denlangen Jörg,1501 und 1505 denFrowenwirt (Inhaber eines Bordells),1501 und 1505 denKnecht zur Wiegen (damals dasZunfthaus der Müller und ursprünglich zum Ross in Wigen,Streitross, geheissen), 15061509Iieini zur Wiegen ge-nannt, 15011509 denBildhower, 15011508 einenAndres im Zürichbergerhus, 1501 und 1505bastian dengerwerknecht, 1501 einenHanselman, 1505Hanselmanafentürer geheissen. Wir machen ferner in den gleichenJahren die Bekanntschaft einesKnecht zum Kämbel, einesUrban der Teck, einesLudi Bapyrer, einesLips,Wilhelm vetters Tochtermann. Ein anderes Individuumwird mehrere Jahre hindurch einfach alsder stubenmalerim Register fortgeführt. Zwei Mitglieder des ehrsamen Lelir-standes heissen 1505Mr. Urban Kindleerer undMr.Bernhart Kindleerer. In der Folge erscheint der Letzteredeutlicher bezeichnet alsMr. Bernhart 1 Vjjss Schulmeister.Ersterer dagegen zeigt uns nur einmal seinen wahren NamenMr. Urban Tüscher Schulmeister, wenn diess nicht etwaheissen soll deutscher Schulmeister; später ist er wiedergenanntMr. Urban Schulmeister und schliesslich 1508und 1509Urban schriber.

Unter den Frauen in der Stadt, die sechs Heller zahlen,und unter den einen Schilling zahlenden Männern und sechsHeller zahlenden Frauenim Kratz zu jener Zeit eineschlechte Sackgasse, von den anrüchigsten, zweideutigsten undärmsten Leuten, dem eigentlichen Proletariate der damaligen