um sich im Vertrauen zu Gott zu befestigen. Am Feste deshl. Thomas, eines seiner Lieblingsheiligen, strengte er alleseine Kräfte an und ging zur Kapelle hinunter, um eineletzte hl. Messe zu hören und die letzte hl. Kommunion zuempfangen. Nie war seine Andacht so innig gewesen. Aberdiese Anstrengung brach seine letzte Kraft, und als er nachder Danksagung in seine kleine Zelle zurückkehrte, sagte erzum Bruder Karl van Herck, der ihn bediente : « Nunmehrist der Augenblick gekommen, den ich vorhergesagt undsehnlichst herbeigewünscht habe. Was soll ich noch längerhier unten thun, wo ich Allen zur Last fallen würde? Besserist est, dass ich sterbe. » Unfähig, noch etwas zu sich nehmenzu können, entschlief er im Herrn am 12 März 1471, amFeste des hl. Gregor des Grossen, um 11 Uhr Vormittags’,während seine Mitbrüder in der Kirche die Vesper einesKirchenlehrers sangen. Sein Antlitz nahm nach dem Todeeine wunderbare Schönheit an, und himmlischer Wohlge-ruch verbreitete sich in der Zelle 1 2 .
Dionysius war 69 Jahre alt; er war gross und stark, vonehrwürdigem Aussehen 3 . Ungeachtet eines geringen Fehlers
1 Auf einer alten Priorenliste von Roermond, welche Weiters (pag. 111)auf das Zeugniss des Karthäusers Schwengel hin erwähnt, befindet sichein gewisser Dionysius « D. Dionysius », welcher während 24 Jahre eineRolle spielt (1446-71) und gerade in diesem Jahre 1471 gestorben seinsoll. Der Verfasser fragt sich, ob dieser Dionysius nicht unser Karthäu-ser sei. Wir können darauf antworten, dass Schwengel, der einzige,der diesen Namen in die Roermonder Liste einführt, die bezeichnendeBemerkung hinzufügt : « Putatur ab aliquibus ipsum quondam PrioremD. Ruremund® egisse; mihi hoc ipsum non satis constat.» Kein authen-tisches Schriftstück der damaligen Zeit macht davon Erwähnung, nichteinmal das Obiit des Dionysius, welches einfach sagt : « quondam Pro-curator hujus Domus » ; man müsste dann also annehmen, dass diesesPriorat gar keine Spur im Orden zurückgelassen hat. Der Prior, der imJahre 1471 an der Spitze von Roermond stand, ist D. Walter von Eleende(Leendanus), versetzt nach St. Sophia 1472, nach einer Verwaltung vonmehr als 24 Jahren, laut Angabe des oben citirten Annalisten. Man findetim Stadtarchiv einen von ihm Unterzeichneten Act vom 28 Mai 1456.
2 Campanini, pag. 78. Dinbani, pag. 168. « Quo mortuo » sagt der Elen-chus von Oxford, ms. aus dem XV. Jahrh. (Rawl. C. 564) « odor suavis-simus exivit de corpore suo, et diu in ejus cella permansit. »
3 Im Refektorium der Karthäuser zu Roermond sah man ehemals dreiGemälde von der Hand des Malers Schumaker, auf welchen dargestelltwar, wie Dionysius vom Teufel versucht wird, wie er mit dem Herzog(Adolf von Geldern) disputirt und wie ihm Nachts die Erscheinung einesEngels zutheil wird. (Lijste der Schilderijen van Carlhuys der Siadl