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Dionysius der Karthaeuser : 1402 - 1471 ; sein Leben, sein Wirken, eine Neuausgabe seiner Werke ; aus dem Französischen mit einigen Ergänzungen des Verfassers in's Deutsche übersetzt von einem Priester des Karthaeuser-Ordens
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Für Dionysius war dieser kurze Ausflug auf ein ihm bisdahin unbekanntes Gebiet von nicht geringem Nutzen. SeinWissen wurde bereichert, seine praktischen Kenntnisse ver-mehrt, — Vortheile, die ihm später sehr zustatten kamen.Gelegentlich der Visitationsreise schrieb er die Traktate Demunere et regimine Legati De reformatione Claustralium,De reformatione monialium, Contra vitia superstitionis. AufWunsch des Kardinals und eigens für ihn schrieb er seinWerk Contra perfidiam Mahometi % und eine Erklärung

dass der briefliche Verkehr zwischen den beiden Freunden bereitsvor 1452 vor begann. Loer’s Katalog erwähnt (am Schlüsse) « Epistolaemultae ad Cardinalem de Cusa ». Anderseits spricht Possevin von einergewissen Anzahl von Briefen des Kardinals an Dionysius : « Dionysiusde Ryckel... ad quem Nie. Cusae Card, viri doctissimi, plures exstantepistolae. » Apparat, sac. Aber von dieser umfangreichen Correspondenzsind uns unsers Wissens nur zwei Briefe des Dionysius, im Anfängedes Monopanton und der Abhandlung De causa diversitatis eventuumhumanorum, und in den Werken des Kardinals eine zweimalige kurzeErwähnung des Dionysius erhalten geblieben, eine in der Vorrede zurCribratio Alcorani, die andere in einem noch nicht veröffentlichten Briefeder Bibliothek zu München. Cod. lat. 19697, n. 180.

1 Heute verloren. « Der Karthäuser Dionysius verfasste damals dieSchrift « De munere et regimine legati, und eine Abhandlung über dieReform der Mönche.» Sinnacher, t. VI, pag. 357. Cf. Loer, Vita, II, 9.

2 Der Kardinal von Cues hat gleichfalls eine Cribratio Alcoranihinterlassen, über welche Scharpff (Der Kardinal von Cusa als Refor-mator, Tübingen, 1871, pag. 248) bemerkt : « Seit der Eroberung Con-stantinopels... hatte der Papst selbst (Pius II) sich vorgenommen, ineinem ausführlichen apostolichen Schreiben den Sultan von den Irrthü-mern des Koran und der Wahrheit des christlichen Glaubens zu überzeu-gen. Dazu sollte ihm der ihm schon seit langer Zeit befreundete KardinalCusa, der seit dem April 1460 seinen bleibenden Aufenthalt in Romgenommen hatte, das Material liefern. » Die Widmung der Cribratiolässt darüber keinen Zweifel : « Empfange, heiliger Vater, dieses Buchvon einem Deiner ergebensten Diener. Da Du nach dem Beispiele desPapstes Leo, der mit dem Schwerte des apostolischen Wortes dieHäresie des Nestorius bekämpfte, die Verkehrtheit der mohammeda-nischen Sekte beweisen willst, so widme ich Dir dieses Buch als einepflichtschuldige Beihülfe zur baldigen Verwirklichung Deines Vorhabens.»Der Kardinal begnügte sich nicht mit diesem persönlichen Beitrage ; inderselben Widmung weist er den Papst auf die Arbeit seines Freundeshin : « Demum concitavi fratrem Dionysium Carthusianum ut scriberetcontra Alchoran : qui fecit et misit opus suum magnum Nicolao Papae.»Die beiden Autoren hatten sich in die Arbeit getheilt, denn ihre Werkeergänzen sich gegenseitig. Dionysius wird die Aufgabe des Abbrucheszutheil : er zeigt die Falschheit des Mohammedanismus durch die philo-sophischen und theologischen Irrthümer, welche der Koran in Mengeaufweist. Der Kardinal hatte sich den Wiederaufbau Vorbehalten : « Egoingenium applicui, » sagt er in seinem Werke, « ut ctiam ex Alchoran