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Dionysius der Karthaeuser : 1402 - 1471 ; sein Leben, sein Wirken, eine Neuausgabe seiner Werke ; aus dem Französischen mit einigen Ergänzungen des Verfassers in's Deutsche übersetzt von einem Priester des Karthaeuser-Ordens
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chen auf der Brust, für die Jüdinnen, zwei blaue Streifenauf ihrem Schleier zu tragen ; Verbot, das Allerheiligsteunter einem Glase « in monstrantiis 1 » den Blicken desVolkes auszusetzen, ausgenommen während der Frohnleich-namsoctave, etc. 2 . Wo wir aber das persönliche Eingreifendes Legaten und seines Freundes wiederzufinden glauben,das ist in dem Schlussdecrete, in welchem festgesetzt wird,dass bei jeder Diözesan-Synode der ausgezeichnete Traktatdes hl. Thomas De articulis fidei et Ecclesice sacramentisverlesen und je ein Exemplar davon an die Verweser allerPfarrkirchen vertheilt werden soll 3 4 5 .

Mit diesem letzten Wunsche schliesst die Mission des Kar-dinals ab, eine Mission des Friedens und des Lichtes, dasMeisterwerk, wie man es genannt hat, eines überhaupt sothatenreichen Lebens. Welche Eigenschaften und Tugendender Legat und sein Gefolge aber entfalten mochten, Deutsch-land konnten sie nicht retten ; das Uebel lag zu tief. Estrat allerdings ein gewisser Stillstand auf der verhängnis-vollen abschüssigen Bahn ein, und man hat beobachtet, dassdie Klöster, welche sich der Reform des Kardinals unter-warfen, die Stürme des XVI. Jahrhunderts glücklich über-standen haben L Die beiden Freunde trennten sich, um sichin dieser Welt nicht wiederzusehen, aber in beiden lebteauch nach der Trennung eine gegenseitige, tiefe Hochachtungfort, « und seitdem entstand zwischen beiden ein regerwissenschaftlicher Verkehr, von dem Spuren noch vorhandensind B . »

1 Es ist dies das erste Mal, sagt Fleury, dass man von dieser ArtAndacht spricht. Hist, de l'itglise, liv. uo, t. XXII, p. 554.

2 Für die Einzelheiten siehe Labbe, Concil. gen., t. XIX, pag. 11 3und 145.

3 St. Thomas, T. XXVII, pag. 170. Ausgabe Vives. Nach Dionysiussollte sich in der Bibliothek eines jeden Priesters vorfinden : das Buchvon den Sacramenten, ein Lektionarium, ein Antiphonarium, ein Tauf-buch, ein Kirchlicher Kalender, die Pönitenzial-Canones, der Psalter, einHomilienbuch für alle Sonn= und Festtage des Jahres, die Diozesansta-tuten und die Heiligenlegende. « Ex quibus omnibus si unum defuerit,sacerdotis nomen vix in eo constare poterit. » De vita archidiac., art. xvi.Oper, minor., t. I, f' 406. Devita curat., art. vm. Ibid., f" 475.

4 Pastor, t. I, pag. 388 , note 1.

5 Uebinger, loc. cit., pag. 660. Auch hier glauben wir über die Mei-nung dieses Schriftstellers hinausgehen und annehmen zu können,