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etwas Anderes als Ehrenbezeigungen einzuernten. Jeder-mann kennt die Lage der Kirche Deutschlands zu dieserZeit : Antirömische Tendenzen, Neigungen zum Schisma,Festhalten an den Prinzipien des Baseler Konzils, mehr oderweniger allgemeine Erschlaffung L Die reformatorische Mis-sion des Kardinals stiess auf grosse Schwierigkeiten und eskam oft zu lebhaften Auftritten 1 2 .
Gegen Ende September reiste der Kardinal von Roermondab und begab sich mit seinem Gefolge nach Köln, um dieStreitigkeiten zwischen dem Erzbischof und dem Klerusvon Cleve zu schlichten, welch letzterer dem Prälaten dieverlangten Subsidien verweigerte. Sie reisten hierauf überAachen, Herkenroda, St. Trond, Mastricht nach Lüttich,welche Stadt sich einen Besuch des Kardinals, ihres früherenArchidiaconus, erbeten hatte und ihm am i3 October einenfeierlichen Empfang bereitete. Leider hielt diese Gesinnungdes Lütticher Klerus nicht stand. Die Voraussicht etwaigerReformen erweckte allerseits Befürchtungen. Und als derKardinal am folgenden Tage feierliche Audienz hielt, erhobensich Alle und erklärten, dass sie ihn wohl als Freund, nichtaber als Legat empfangen wollten. Bittere Worte wurdenlaut, und die Aufregung siieg so sehr, dass der Legat dieStadt verliess und sich in die Karthause zurückzog, wo seinebesten Freunde sogar ihn nicht zu begrüssen wagten. « Tröst-lich für Cusa, » sagt Düx, « musste unter solchen Umständender Beistand seines edlen Gehülfen, des Karthäusers Diony-sius, gewesen sein... Der hielt in seiner apostolischen Frei-müthigkeit dem pflichtvergessenen Bischöfe von Lütticheine Strafpredigt 3 . » Endlich, nach zweitägigen, erfolglosen
1 Pastor, Geschichte der Päpste, t. I, pag. 374.
2 Siehe Scharpff', pag. 176 ; Düx, t. II, pag. 28, und den schon citirtenArtikel von D' Üebinger.
3 Düx, t. II, pag. 29 ; Scharpff, pag. 177. D r Pastor sagt desgleichen,nach Sinnacher : « Wie er (Dionysius) den Kardinal bei seiner schwie-rigen Aufgabe unterstützte, davon haben wir eine Probe in der ebensofreimüthigen als scharfen Rede,in weicherer dem Bischöfe von Lüttichseinen unkirchlichen Wandel vorhielt. » Geschichte der Päpste , t. 1 ,pag. 377, note. Alle diese Historiker erwähnen die von Loer (cap. m,n. 1 5 , 16) und von Raynaldi (an. 1452, n. 18) angeführte Scene, welchesie nach Roermond verlegen. Im Berichte Loers befinden sich Einzel-heiten, welche, wie uns scheint, mit der hier gemachten Anwendungnicht in Einklang zu bringen sind.