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Dionysius der Karthaeuser : 1402 - 1471 ; sein Leben, sein Wirken, eine Neuausgabe seiner Werke ; aus dem Französischen mit einigen Ergänzungen des Verfassers in's Deutsche übersetzt von einem Priester des Karthaeuser-Ordens
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bewährter Tugend und ausgezeichnetem Wissen zu umgebengewusst, die ihn mit ihrem Rathe unterstützten und überall-hin begleiteten. Bei allen Ovationen und Ehrenbezeigungenjedoch, welche dem Legaten und seinem Gefolge bereitetwurden, gab es nichts Einfacheres als sein Aufzug. « Manempfing ihn zwar an vielen Orten mit grosser Pracht; eraber, ein Feind aller Eitelkeit, zog ganz bescheiden auf sei-nem Maulthiere daher, kaum anders kenntlich, als durch dassilberne Kreuz, das er vom Papste geschenkt erhalten hatte,und das er auf einer übersilberten Stange vor sich hertragenliess. Sein erster Gang in jeder Stadt war zur Kirche, wo erdurch eifriges Gebet um glücklichen Ausgang seiner Ge-schäfte zum Himmel flehte. Manche Fürsten und Reiche tru-gen ihm reichliche Geschenke an ; aber von dergleichenbewahrte erseine Hände ganz rein und unbefleckt L» Er nahmvorzugsweise in den Klöstern Wohnung, wo er an den Offi-zien und andern gemeinschaftlichen Uebungen theilnahm.Dionysius liebte, der demüthigste dieser demüthigen Schaarzu sein. Um den lästigen Empfangsfeierlichkeiten zu entge-hen, entwich er beim Einzuge in die Städte, wo es an-ging, suchte ein Kloster auf, besichtigte die Bibliothek 2und bat um eine Zelle, wo er dem Gebete und der Arbeitoblag. Seine Hauptbeschäftigung als Begleiter des Legatenscheint in der Visitation der Klöster und dem Forschen nachmagischen und abergläubischen Gebräuchen, welche damalssehr verbreitet waren, bestanden zu haben 3 .

Uebrigens gab es für die Begleiter des Kardinals auch

dieselbe Zeit, am 28 Mai 1448 erhob Nicolaus V. einen Laienbruder derKarthause Porta' coeli, seinen ehemaligen Freund aus der Zeit seinesAufenthaltes am Hofe der Könige von Arragonien, zur Würde einesNuntius des hl. Stuhles und zum Generalkollector der apostolischenKammer in den spanischen Königreichen. Ueber diesen Ordensbruderund seine freundschaftlichen Beziehungen zu Thomas von Sarzana (Pa-rentucelli) siehe Ephemerid. 0 . Cartus ., XIX Oct., und Tromby, op. eit.,t. VIII, append. II, n. clxx.

1 Sinnacher, Beiträge 4 ur Geschichte von Säben und Brixen, Brixen,1821, t. VI, pag. 357.

- « Hoc unum isthsec ei libertas contulit ut, quod alias neutiquam li-cuisset, vetustas librorum officinas ccenobiaque inviseret. » Vorrede Th.Loer’s zum Commentar der Propheten.

3 Ihn beauftragte der Legat mit der Bekehrung und Leitung einer be-rühmten Zauberin, Namens Gebula (Sibylle). Loer, cap. 11, n. 10.