mann, und wenn einige seiner Biographen, wie Dinbani 1 ,sogar von glücklichen Erfolgen in seiner Verwaltung spre-chen, so halten wir es doch mit Loer für wahrscheinlicher,dass er weitmehr von dem Gedanken, Gottes Reich zu ver-breiten und die Seelen zu erbauen, als von dem Wunschebeseelt war, die Güter des Klosters zu vermehren. Hat erdoch selbst geschrieben : « Der Ordensmann ist verpflichtet,seinem Nächsten ein gutes Beispiel zu geben nach den Wor-ten des Herrn : Lasset euer Licht leuchten vor den Men-schen. Darum soll er Barmherzigkeit in seinen Gesinnungen,Güte auf seinem Antlitz, in seiner Haltung Demuth, Beschei-denheit in seinem Umgänge, Geduld in Widerwärtigkeitenzur Schau tragen. Daraus kann man schliessen, dass derOrdensmann eine um so grössere Herrlichkeit im Himmelerlangen, je mehr er Andere erbaut, dagegen auch um sostrenger bestraft werden wird, je grösseres Aergerniss er ge-geben hat. Wer also durch sein Amt dazu bestimmt ist,gemeinschaftlich mit Andern zusammenzuleben, muss sichvor Allem befleissen, musterhaft zu sein und, wie ein Frie-densengel, nach Kräften das Aergerniss vom Hause Gottesabzuwenden 2 . »
Musterhaft war der neue Procurator von Roermond. Imtäglichen Verkehr mit seinen Brüdern, mit den Knechten,Arbeitern und Fremden war er fortwährend bestrebt, ringsum sich her, je nach der Fähigkeit eines Jeden, von demUeberflusse des geistigen Lebens, das die Uebung des Gebetesin seinem Herzen unterhielt, mitzutheilen.
Von diesem täglichen Apostolate haben uns seine Biogra-phen einen wunderbaren Zug aufbew T ahrt. Unter den Liefe-ranten des Hauses befand sich ein in seiner Religion wohlunterrichteter und glaubenstreuer Jude, sonst aufrichtigenSinnes und rechtschaffenen Herzens. Dionysius liebte ihnseiner persönlichen Eigenschaften wegen und bedauerte es,dass er in seiner Verblendung der Wahrheit fremd blieb ; erunternahm es, ihn zu bekehren, was ihm auch durch seineGebete und Belehrungen gelang. Der Jude zeigte sich kei-neswegs undankbar; bei seiner Taufe, welche in der Kathe-
1 Op. cit., pag. 35.
2 De professione monast., art. ix. Oper, insignior., pag. 402 .