Inmitten dieser gläubigen Bevölkerung also erblickte unterdem Papste Bonifacius IX und dem deutschen Kaiser Rup-recht im Jahre 1402 der Knabe, der sich unter dem NamenDionysius, der Karthäuser, so rühmlich bekannt machen sollte,das Licht der Welt 1 . Seine Eltern, von ehrbarem Stande,hiessen Yan Leeuven oder De Leeuvis 2 und hielten dieFrömmigkeit hoch in Ehren in ihrem kleinen Familienkreise.Später sah der Karthäuser in einer seiner zahlreichen Visionenseinen Vater in den Flammen des Fegefeuers und hatte dasGlück, dessen Befreiung zu erlangen. Die kleine Familie be-stand aus 4 Kindern, Johann, Dionysius und 2 Töchtern, derenNamen uns unbekannt geblieben sind, und pflanzte sich nochlange fort durch die 7 Neffen und Nichten unsers Seligen 3 .
minor., t. I, f* 243, V°. Das Kloster Neumagen bei Bernkastel ist in denAnnalen der Mvstik gut bekannt. S. Görres,Buch VIII, Kap. xxxii.
1 Dionysius sagt am Schluss seiner Abhandlung De meditatione( Opuscula aliquot ad theoriam, etc. Colon., 1 534 , f" 386 ) : « Istud opuscu-lum anno vitae meae 67 finio, anno Dni 1469. »
2 Der Familienname unsers Autors wird sehr verschiedentlich ge-schrieben : Levis, Leeuvis, Leeuven, Lieuve etc. Wahrscheinlich war esVan Leeuven (Von Löwen), nach dem damaligen Gebrauche latinisirtDe Leeuvis, wie man a Kemvis für von Kempen sagt. F.ine gleichzeitigeUrkunde, das Register der St. Anna-Bruderschaft zu Ryckel, bringt einVerzeichniss ihrer Mitglieder, wie es scheint, nach ihrem Range. Obenanstehen die Van Ryckel, Lehnsherrn (Jonchere) des Landes, sodann dieVan de Creft,die Van Kerkoom und die Van Lieuwe etc. Zwei Ortschaftenin der Nähe von Rickel sind heute noch unter dem Namen Kerckom undLeeuw (Leau) bekannt. Da nach dem damaligen Gebrauche die Gutsherrnden Namen ihrer Domänen dem ihrigen beizufügen pflegten, so könnenwir wohl diese Van Kerkoom und Van Lieuwe für mehr oder wenigernahe Verwandte der Familien von Kerckom und von Leeuw ansehen.
3 Der Bruder und die beiden Schwestern des Dionysius heiratheten,und letztere waren schon Wittwen, als er seine Abhandlung De lauda-bili vita viduarum (v. in fine Praefationis) schrieb. Sein ältester NeffeHeinrich trat in den Orden der Kreuzherrn ein ; der dritte, Dionysius,zugleich sein Pathenkind, wurde Pfarrer von Rvckel,wo er im Jahre 1 535heiligmässig starb. Aus einem Manuscript der Cambridger Bibliothek,Hh. I. 1, titulirt Ryckel Missal, erhellt, dass die Familienmitgliederübereingekommen waren, jeden Dienstag eine hl. Messe zur hl. Anna,gefolgt von einigen frommen Gebeten, lesen zu lassen. Fünf Jahre später,i 5 o 5 , fügt man noch ein Seelenamt für die verstorbenen Mitglieder derBruderschaft hinzu. — Das Anniversarregister von Ryckel, welches inder Pastorat aufbewahrt wird, berichtet darüber :« 14' Decembris, Com-memoratio Joannis de Lieuwis et Dynae suae uxoris, et- Dni Dionysii fra-tris sui Cartusiensis, et Dni Henrici Cruciferi et Joannis et Dni Dionysiiinvestiti Ecclesiae de Ryckel, filiorum, et Catharinae, Margaritae, Dvnae,Mariae, filiarum... F.t memorentur devote cum vigilia et missa cantanda,