Druckschrift 
Johann Heinrich Lamberts ... Pyrometrie oder vom Maaße des Feuers und der Wärme
Entstehung
Seite
299
Einzelbild herunterladen
 

Schätzung der Warme nach der Empfindung.

--9S

§. 559 .

Bey den hiebet) vorkommenden Berechnungen wird nun füglich der Gradder Wärme rum Grunde gelegt, den die Urft jedesmal haben müßte, um tempe-rier zu scheinen. Wir wollen denselben a setzen: Die wirkliche Wärme der^uft fty b und die Wärme des Leibes, der Hand rc. 7, die Erkäliungs-Subtanqeme 7 , der innere Zufluß von Wärme, wie vorhin n. Damitist nun y d der Urberschuß der Wärme, und die Formel verwandelt sich in

^ - (n 7 d - X): 7

sodann

§. 560.

Diese Formel gibt nun 6 ^ 0, wenn b --- a ist. Folglich haben wir

c> 7 ^ ^ V

n 7 v

Hiedurch wird demnach der Werh von n bestimmt, und die Formel wird schlecht-hin nur

- (b - 7

das will also sagen: Unser Unheil von der Wärme der Luft richtet sich nach demUnterschied der wirklichen Wärme derselben b, und der Wärme 3, die sie habenmüßte, um alsdann temperier zu scheinen. Den Grad 3 achten wir als 0, undzählen von da an aufwärts die Graöe der Wärme, unterwärts die Grade derKälte. Wenn der Grad 3 nicht veränderlich wäre, so würde des^ Thermometeradtheilung (H. 12.5.) gerade dis seyn,die mit der Sprache

unserer Empfindung der Wärme übereinkömmt. Er setzte 0, da wo das Ther-mometer im Keller der Pariser Sternwarte fast unveränderlich ist, folglich bey demGrade, den wir im Frühling und Herbst, das will sagen, in den zwo temperirtenJahrszeiren temperirt nennen. (§. 551.) Die Drebbeljchen Thermometer wur-den von Philosophen und Aerzten nach eben dem Grunde eingetheilt. (§. 26.)

gibt für die Florentinischen ebenfalls die temperirte Wärme für das c»seiner Stuffenleiter an, (§. 94.) und selbst Newton geht davon nur in sofern ab,daß, weil er den temperirten Grad zu unbestimmt achtete, er lieber den Frierpunctfür den Anfang seiner Stuffenleiter annimmt. (§. 105.) Wolfs FloreMinischesThermometer (§. >77« -78) zeigte o beym men r^eaumm sehen Grad, unddemnach so ziemlich bey temperirter Wärme. Auch Fechreicheics erste Abtheilunghatte 0 bey seinem nachmaligen Hüsten Grave, (§.112) den wir etwa km Winterals temperirt ansehen. Man hatte freylich damals in Ansehung der Warme undKälte keine andere Sprache als die von unserer Empfindung, und diese gebrauchenwir, wenn vom Wetter die Rede ist, noch dermalen.

Pp 2