L96
Wärme menschlicher und thierischer Körper.
uns im Winter warm zu seyn scheint, so muß die Luft, die wir alsdann temperiernennen, kalter seyn. Man begreift daraus, daß es im Frühling und im HerbsteTage geben muß, wo der Keller uns weder kalt noch warm verkömmt, und wodemnach der Grad des Thermometers im Keller den Grad, der uns alsdann tem-perirt scheinenden Luft angibt. Dieser Grad ist nun in Europa, und besondersdisseits der Alpen und der Ostsee ungefähr der ,ote Reaumursche über dein Frier/punct oder der 54-ste Fahrenheicsche. Zwischen dem Wendekreise ist er nie solief, weil dort eine beständige Sommerhitze ist.
§- 552 .
Ungeachtet nun der uns temperirt scheinende Grad der Wärme veränderelich ist, so ist doch die ganze Veränderung in ziemlich engen Schranken enthalten,zumal bey solchen Pe- sonen, deren Lebensart nicht fordert, daß sie im Winter denganzen Tag über in der Kälte seyn müssen, und die sich demnach die meiste Zeit ingewärmten Zimmern aufhalten. Diesen wird im Winter eine Stube, die nurbis zum raten oder i^ten Reaui,»urschen oder zF — kosten FaluenheirfchenGrad erwärmt ist, zumal bey einer sitzenden Lebensart, mehrentheils nur als tem-perirt Vorkommen. Andere, die nicht ein temperirkes, sondern ein eigentlich war-mes Zimmer Haben wollen, lassen es um einige Reaumursche Grade mehr, undfolglich bis zum i zten oder ikten Grade wärmen, und hüllen sich wohl auch nochim Pelze ein. Wer hingegen in der strengsten Winterkälte auf Reisen ist, demwird ein wenig oder gar nicht gewärmtes Zimmer, das kaum 6 oder 8 Gr. Wär-me hat, schon ganz willkommen seyn, obgleich, wenn er mehrere Stunden darumbleiben sollte , sein Urtheil sich nach und nach ändern würde.
§. 553 .
Man sieht aus der im §. 508. gegebenen Tafel, daß das Blut beym1 Zösien Fahrenheicschen Grade gerinnet, und beym azsten frieret. Dieses sindalso die äußersten Grenzen für das Blut, und zwischen denselben muß auch dienatürliche Wärme aller Thiere, die Blut haben, enthalten seyn. Eben dieseTafel gibt auch die Wanne des Blutes einiger Thiere an. Sie ist überhaupt beyden Vögeln größer als bey vierfüßigen Thieren. Hingegen bey den im Wasserlebenden Tbieren findet man sie mehrentheils geringe, und selten um einige Gradegrößer als das Wasser selbst ist. Rraft fand, daß in Wasser, welcl^es 49 Fah- ^renheitsche Grade voll Wärme hatte, ein Hecht nur 504 Gr. warm war. Fürden Kosten Grad Warme des Wassers, fand Nmrline, die Wärme eines Fro-sches und einer Schildkröte von 65 Gr., einer Forelle aber von Kr. Dieser ge- 'ringe Unterschied rührt fürnehmlich daher, daß die Erkältungs-Subtangenten imWasser 8 bis , omal kürzer sind als in der Lust, folglich im Wasser 8 bis romalmehr Warme abgeht als in der Luft abgehen würde. Und da die Erkältungs-Subtangente sich gerade, wie der körperliche Raum, amd umgekehrt, wie die
Ober-