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Johann Heinrich Lamberts ... Pyrometrie oder vom Maaße des Feuers und der Wärme
Entstehung
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264 Wärme und Kälte, so bey Mischungen entsteht.

armoniak mischte, die den 6osten Fahrenheicschen Grad von Wärme hatten.Die Mischung brausete heftig und mit vielem Schaume auf. Der davon aufstei-geude Dampf wärmte ein darüber gehängtes Thermometer vom 6often bis zum 7ostrnGrade, da hingegen ein in der Mischung selbst stehendes Thermometer vom Lastenbis zum 48steu Fabreuhrltschen Grade fiel. Die Feueltheilchen wurden also hiermit einer ihnen nicht eigenthümlichen, sondern fremden Gewalt aus der Mischungherausgetcieben. Vermuthlich hakten sie mit der Materie des Dampfes eine meh-rere Verbindung, so daß sie mit derselben fortgerissen wurden. Uebngens kannes auch seyn, daß die Vermischung des Dampfes mit der Luft demselben mehrHitze gegeben. Denn bey der Hitze von gährenden Matenen hat die Lust immerauch vielen Antheil» Endlich, da bey so häutigen Dämpfen ein eigentliches Aus-trocknen statt findet, und selbst das gemeine Wasser beym Auskröckuen mehrWarme wegnimmt, (§. 281.) so konnte dieser Umstand mit dazu beylragen, daßdas in der Mischung stehende Thermometer 12 Zahreist-rusche Grabe fiel.

- §. 489.

In Ansehung einiger destillirten Wasser verdient angemerkt zu werden, daß siewärmer werden, wenn man sie in Wasser gießt, und hingegen kalter, wenn sie inSchnee oder zerstoßen Eis gegossen werden. Weingeist in Wasser gegossen, wurde umi3 Fahrenheitsche Grade wärmer. (§. 484.) Hiugegen in Schnee gegossen, ,fand Braun, daß das /'Zische Thermometer vom lösten auf den i7"stenGrad fiel. Eben so fand LNuscheiibroek, daß Salpetergeist in gleich viel Wassergegossen, dieses vom 45sten biszum szstenLahreicheirschen Grad warmer machte.Braun goß Salpetergcist auf Schnee, und das ale/'/§/esche Thermometer fielvom i57sten bis zum i87sten Grad. Die stärkste Erkältung des Schnees brachteer durch den /ü/n. hervor. Denn das ale /'/x/esche Thermometer fiel

darinn vom l Z7sten bis zum 21;ten Grade. Es scheint, daß da die Theilchendes Wassers beym Frieren sich unter Winkeln von 60 oder 120 Graden Zu-sammenlegen, dadurch viele Feuertheilchen vertrieben werden, welche, wenndas Eis wider stutzig werden soll, erseht werden müssen. Man kann nun abernicht sagen, daß das Thermometer in solchen Fällen den wirklichen Gradder Kälte genau anzeige. Denn außer dem vorhin (§. 485.) angeführtenGrunde kömmt hier noch die besondere Erfahrung vor, daß, wenn man dasbereits erkältete Thermometer nochmals in Schnee setzt, und auf diesenebenfalls Salpetergeist gießt, das Thermometer noch tiefer fällt. Bey solchenAnlässen hat nun Braun gefunden, daß das Fallen des Quecksilbers bis auf denzaoten /'/^/eschen Grad ziemlich regulär fortgebt, daß es aber von da anfäugt,irregulärer und zuweilen mit einemmale sehr schnell zu fallen, bröckligt wird, und>' endlich stocket und friert. Bey so tiefen Graden HHret demnach die Ausdehnungdes Quecksilbers auf, den Graden der noch übrigen Wärme proportional zu f«M,