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Johann Heinrich Lamberts ... Pyrometrie oder vom Maaße des Feuers und der Wärme
Entstehung
Seite
140
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i4o . Mircheilung der Warme.

mehrerer Körper statt, lind man begreift, daß die Rechnung dabey zusammsnge-setzter wird, als wo nur ein einzelner Körper zu betrachten vorkömmr.

§« 256«

Es kann nun aber ein solcher einzelner Körper, zumal, wenn er groß undvon irregulärer Figur ist, und nicht in allen Theilen gleich viel Wärme hat, un-gefähr eben so angesehen werden, als wäre er aus mehrern Körpern zusammenge-setzt. Der Unterschied ist nur, daß seine Theile dichter aneinander schließen, alswenn solche mehrere Körper einander nur berührten. Wir haben demnach diekugelichte Figur als diejenige anzusehen, welche bey der Erwärmung und Erkäl-tung die größte Gleichförmigkeit darbeut. Der Unterschied der Größe hat aberdennoch etwas dabey zu sagen, weil die Wärme sehr langsam aus und einfließt.Daher wird die Oberfläche einer warmen Kugel früher kalt, als die Theile, dienäher beym Mitttelpunct sind. Und wenn die Kugel Anfangs in allen Theilengleich warm ist, so muß ihre Wärme vorerst von der Mitte nach außen zu ab-nehmen , ehe sie nach unserm ersten Grundgesetze ihre Wärme verliert. Es zeig-ten mir auch die Versuche, daß gewöhnlich in der ersten Minute der Erwärmungund Erkältung eine Ungleichheit vorkömmt, und das Gesetz erst anfäng«, in denfolgenden Minuten genau statt zu finden. Gegen das Ende der Erwärmung und'Erkältung kömmt zuweilen eine solche Ungleichheit ebenfalls vor. Solche amAnfang und am Ende sich einfindende Ungleichheiten, werden bey kleinern Kugelngeringer, weil da zur behängen Vertheilung der Wärme weniger Zeit erfordertwird. Ich habe auch gefunden, baß, da sich im Thermometer bas Quecksilbernicht so dichte an das Glas anlegt als der Weingeist, der Uebergang der Wärmeans dem Glase ins Quecksilber oder aus diesem in jenes zwischen der Wärme desGlases und des Quecksilbers einen Unterschied machet, welcher viel geringer ist,wenn statt des Quecksilbers Weingeist genommen wird.

§. 257.

Dieses war nun anzumerken, um wenigstens im Voraus begreiflich zumachen, daß unser erstes Grundgesetz nicht so ganz unbedingt angewandt werdenkann. Es wird sich aber alles besser aufklären, wenn wir dieses Gesetz in feinenFolgen betrachten. Zu diesem Ende nehme ich den einfachsten Fall vor, wo einekleine Krigel in einer flüßigen Materie, dergleichen die Luft ist, erkältet. DieWärme, welche aus der Kugel in die Luft geht, verfliegt darinn, so daß sie nichtsmehr auf die Kugel zurück wirkt, und so kann die Luft zunächst um der Kugel soangesehen werden, als hätte sie gerade nur die Wärme, die sie ohnehin schon ha-ben würde. Diese aber werde ich als beständig ansehen, so lange die Erkältungdauert. Denn wenn sie nicht beständig bleibt, so muß darüber besonders Rech-