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Johann Heinrich Lamberts ... Pyrometrie oder vom Maaße des Feuers und der Wärme
Entstehung
Seite
139
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Mittheilung der Warme. i Z9

brsek, theils seine eigene Versuche mil dem Säße verglich, so glaubte er geftm-den zu haben, daß von Newtons geometrischer Progreßion eine arithmetischemüsse abgezogen werden. Barnaart in einer 1772 zu Utrecht gehaltenen Vi 5 -purat. inZUAural. fand bey ähnlichen Versuchen diese Verbesserung gut, hingegenschien sie ihm weniger gut, und Newtons Sah richtiger als er die Versuche ein-facher machte. Richmonn in t.'o/nm. Mrv. ^-7^. 7 ". /. gjebt seinen

Versuchen zufolge dem Newton mehr Beyfall. Martine beruhiget sich übri-gens nicht damit, daß Newton seinen Saß nur scheint geglaubt zu haben. Erforschet daher nach, und findet in Newtons daß eine geomen isch-

abnehinende progreßion statt findet, wenn ein bewegter Körper einenseiner Geschwindigkeit proportionalen Widerstand leydet. Es ist aber gewiß ge-nug, daß Newton sich gar nicht in Sinn kommen lassen, von diesem bloß hy-pothetisch berechneten Widerstand eine Anwendung auf die Wärme zu machen»

§. 254.

Wenn nun Newtons Saß nach seiner Gedenkungsart soll erklärt, undso weit es angeht, bewiesen werden, müssen wir ganz anders schließen. Newtonnennt nur das warnt, was wir nach unserer Empfindung warm nennen. (§. 105.)Und so verstanden, eignen wir jedem Körper den Grad der Wärme zu, die wir bey des-sen Berührung empfinden. Und wir nennen einen Körper wärmer, je mehr wir Wär-me an demselben empfinden. Las will also sagen, je mehr er uns, beym Berühren,Wär-me mittheilt, oder wenigstens macht, daß wir weniger Wärme verlieren. So hatteich es mir 1751, ohne von Newtons Saß etwas zu wissen, ebenfalls vorge-stellt. Ich fand aber doch rathsam, es auf den Ausspruch der Erfahrung ankvm-men zu lassen, und stellte deswegen dis vorhin (§. 251.) erwähnte Versuche an.Diese zeigten mir damals, daß der Sah bey Weingeisttherinometern, die obenoffen, und deren Kugeln ganz frey waren, sehr richtig eintraf.

§. 255.

Ein Körper erkältet in der Luft, so fern die Luft, die ihn umgiebt, wirk-lich kälter ist. Ich verstehe aber zugleich auch, daß er schlechthin nur von derLuft umgeben sey, und nicht etwa von andern Körpern berührt werde. Ebendieses verstehe ich, wenn ich sage, daß ein Körper in Wasser oder andern fiüßi-gen Materien erkältet oder erwärmt werde. Wird hingegen ein Körper von einemandern berührt, so daß er von demselben nicht ganz umschlossen wird, so verstehteS sich, daß wenn beyde Körper ungleiche Wärme haben , die Wärme sich ausdem wärmern in den kältern hinüber zieht, zugleist) aber nimmt auch die Luft oder derRaum, in welchem die Körper sich befinden, Antheil daran, so daß die beydenKörper nicht allein in Betrachtung kommen. Eben dieses findet auch in Ansehung