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Johann Heinrich Lamberts ... Pyrometrie oder vom Maaße des Feuers und der Wärme
Entstehung
Seite
131
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Ausdehnung der Dünste durch die Warme. iZi

daß sie genau einerlei) Größe hatten, so entsteht daher in den beobachteten Zeiteneine Ungleichförmigkeit. So z. E. fand Ziegler 6o Secnnden sowohl beymbooten als beym gasten und Kosten Grad. Um diese Ungleichheiten leichterzu erkennen, habe ich in der gtcn Figur Zieglers Thermometer-Grade auf dieAbscissrnlinie L ö, seine Zeiten aber als Ordinalen gezeichnet. Die Endpunktender Ordinären scheinen in zwo ziemlich verschiedenen krummen Linien ^ (ch O ib zuliegen, so daß bey dem z;8sten Grade des Thermometers in den Wassertropfeneine ganz neue Veränderung vorzugehen anfängt. Das Wasser wird von da an,und zwar sehr schnell desto feuerfester, je größer die Hitze des Metalles ist, wor-auf es gelegt wird. Es hört auch ganz auf sich an Las Metall anzulegen, nimmteine kugelrunde Gestalt an, und schwebt auf der Oberfläche des glühenden Meta!-les so, als wenn es dieselbe gar nicht berührte.

§. r.40.

So wie die krumme Linie ^ 6 L sich zwischen den etwas irregulär liegen-den Endpunkten der Ordinalen durchziehen ließ, scheint sie von einer Parabel nichtviel unterschieden zu seyn. Man könnte sie aber eben so gut auch als eine Hyper-bel ansehe:?, oder als eine andere Linie, die gegen 6 hin, nach und nach, asymp-totisch wird. Dieses scheinen auch die Leivenfeostschen Angaben, die aus vielhöhere Grade der Hiße gehen, zu erfordern, weil er für glühend Eisen smal mehrSeeunden Zeit anseßt als für schmelzendes Bley, und vom zooten Fahrenheic-schen Graden angerechnet, der Ueberschuß der Hiße des Eisens wohl auch zmalgrößer als der vom schmelzenden Bleye ist.

§. 241.

Wenn die Dünste des Wassers eingeschlossen sind, so erhalten sie durchdie Wärme eine Schnellkraft, wodurch sie auch die stärksten Gefäße zersprengenkönnen, und das Wasser selbst wird fähig die härteste Beine zu erweichen. DerPapinische Siedetopf ist in dieser Absicht bekannt. Es hat sich aber außerHerrn Ziegler, meines Wissens, niemand Mühe gegeben, die Kraft solcher Dünstedurch Versuche zu bestimmen. Solche Versuche erzählt derselbe in seiner Ab-handlung -/e sehr umständlich. Er verwandelte, so zu sagen.

Len Siedetopf in ein Amonronsches Thermometer, und so konnte er die Kraftder Dünste durch die Höhe einer Quecksilbersäule bestimmen, welche nebst demDruck der äußern Luft der Kraft der Dünste das Gleichgewicht hielt. Zugleichaber brachte er auch ein Fahreuheitsches Quecksilberthermometer dabey an, umden Grad der Hitze bestimmen zu können. Ich werde hier von seinen Versuchennur zween anführen, woraus erhellen wird, wie die Kraft der Dünste von derKraft der Luft verschiede» ist.

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