' Ausdehnung der Dünste durch die Warme. rr-
§. 2Z«.
Diese Versuche, welche in bemeldter Hydrometrie umständlich beschriebben sind, habe ich mit Gläsern auf dem warmen Öfen angesiellt. In dem Was-ser stund ein Thermometer, wodurch der Grad der Wärme desselben bestimmtwurde. Da nun die Dunsttheilchen sich im ganzen Zimmer verbreiten komiten,so ist dieses der Grund, warum die Ausdünstung so beträchtlich stark war. Infreyer Luft ist sie bey gleicher Wärme viel geringer. Denn wenn ich im Sommerbeym rosten Grad der Wärme, die Ausdünstung aus einem mit Wasser gefüllten .Glase beobachtete, das am Schatten neben dem Thermometer siung, so fand ich,daß die Oberfläche sich in 24 Stunden nur um 1 oder höchstens «4 Linie, undim Winter bey io Grad Wärme nur höchstens 4 Linie senkte.
§. -Z5.
Bey größern Graden von Wärme als der 5oste Reaumursche ist, fängtdie Ausdünstung an gewaltsamer zu werden. Die Luft zieht sich aus den Zwischen-räumchen des Wassers heraus und steigt in Form von kleinen Blasen in die Höhe.Diese Luftbläschen werden im Aufwärtösteigen sichtbar größer, theils weil sie we-niger gedrücker werden, theils weil sie sich mit den Lufttheilchen, so sie unterwegsankreffen, vereinigen. Endlich reißen sie sich von der Oberfläche los, und neh-men ein Häutchen von Wasser mit sich in die Luft. Außer diesen giebt es nochWassertröpfchen, welche von der Oberfläche aufwärts springen, wegen ihrerSchwere aber bald wiederum niederfallen.
§. 2z6.
So scheint die Sache fortzngehen , daß bey noch größern Graden derWarme das Wasser immer schneller und zuletzt augenblicklich in Dünste verwan-delt wird. Man sieht daher mit einigem Befremden, daß wenn Wasser aufgeschmolzenes Silber oder glühend Eisen gegossen wird, nur Anfangs ein schnellerDamvf entsteht, alles Wasser aber, was mit diesem Dampfe nicht weggeht, aufdem geschmolzenen Silber oder glühenden Eisen liegen bleibt oder vielmehr aufdemselben herum flattert, und nur sehr langsam auftröcknet und glänzend Hellescheint.
§. 2Z7.
Leidenfrost in seinem Werkchen nonnu/L xuak-
rnti-ll- erzählt einige Versuche, die er mit solchen glühenden Wassertropfen auge-stellt hat, und glaubt, daß sie statt eines Pyrometers dienen können, wenn manbeobachtet, in wie viel Zeit sie auströcknen. Man kann dazu einen sehr glattenund von allem Fette gereinigten eisernen Löffel gebrauchen. Leidenfrost fand,daß wenn der Löffel nur die Hitze des siedenden Wassers hatte, ein kleiner Wasser-