128 Ausdehnung der Dünste durch die Warme.
§. 2Z2.
Da ich in dem versuche einer Hygromerrie diese Sache umständlichbetrachtet Habe, so wird es genug seyn, wenn ich daraus nur folgendes«„führe: Die trockne Luft tröcknet feuchte Körper desto eher, je mehr sie selbsttrocken ist. Das will nuu eigentlich sagen, daß die trockne Luft die Feuchtigkeitvon den Körpern wegnimmt und an sich zieht. Aus diesem Grunde muß man es'herleiten, wenn man erklären will, was die Erfahrung und eigentlich deswegen«„gestellte Versuche gelehrt haben. Daß nemlich die Menge des ausdünstendeuWassers sich nicht nach der Tiefe, sondern schlechthin nur nach der Oberfläche pro-portionirt, welche von der Luft berührt wird. Die Luft fährt immer fort, Wassertheilchen an sich zu reißen, bis sie damit, so zu sagen, gesättiget ist. Alsdannmag eine geringe Verminderung ihrer Dichtigkeit und Schnellkraft schon Ursachegenug seyn, daß die Luft nicht mehr alle Wassertheilchen in sich halten kann, somdern einen Theil fahren läßt, welcher sodann in Gestalt von Nebel, Thau, Reif,Schnee, Regen, Hagel zc. herunter fallt.
§. 2ZZ.
Diese die Feuchtigkeit anziehende Kraft Der Luft äußert sich auch bey-ge-frorenem Wasser. Man hat Stücke Eis auf eine Waage gelegt, und in sehr kalterLust gefunden, daß es täglich von seinem Gewichte verloren Hit. Es gchtaber allesbey mehrerer Wärme schneller von statten. Daß die Wärme anftröcknet, istzuviel "bekannt, als Laß ich erst sagen sollte, warum man das, was man schnell auftröck-nen will, an die Sonne legt, oder beym Ofen oder über dem Feuer Hält. DieFrage war eigentlich vielmehr Lurch Versuche zu bestimmen, wie sich das Austtrocknen oder Ausdünsteu nach den Graden Lcr Wärme richtet. In dieser Absichthabe ich gefunden, daß nach dem Reauniurschen Weingeisithermometer bey einer
Wärme
Die tägliche Ausdünstung
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Und hieraus fand sich für
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65 §. 2Z4.