^ irr. Von dek'Ausdehnnng fester Körper durch die Wärme.
§. 220 .
Was das Holz bereift, so har Celsius dabey eine Ausnahme gesimden.Er harre hölzerne Stangen in einem Zimmer, welches 14 Reaumurfche Gradewarm war. Als er sie in die Kälte von — 14 Grade» legre, fand er sie um-Z-^öov nicht kürzer, sondern länger. Nun weis man, daß das Wasser sich beymFrieren ausdehnt. Man weis ferner, daß das Holz, zumal in der Kälte, Feuch-tigkeit in sich zieht. Daraus wird sich demnach der widersinnigscheinende Erfolgmüssen erklären lassen. Das Holz wurde in der Kälte eigentlich nicht ausgedehnt,sondern aufgefchwollen. Daß es so wenig austrug, möchte wohl daher kommen,daß Kälte und Feuchtigkeit einander entgegen wirkten.
' §. 221 .
Dieses war hier anzumerken, weil man auch in andern Fällen die hy-gromerrifchen Wirkungen von den chermomerrischen zu unterscheiden hat. Rraftund andere haben Hölzer, Pflanzen, Wurzeln, Leder, Därme, Beine rc. alsBeyfpiele angeführt, um zu zeigen, daß die Wärme nicht alle Körper ausdehne.Wenn dieses nur sagen will, daß man den Sah von der Ausdehnung der KörperLurch die Wärme, nicht ohne Rücksicht auf andere Wirkungen der Wärme ge-brauchen müsse, so ist es vollkommen richtig. Die angeführten Beyfpiele betref-fen solche Körper, aus denen die Wärme die Feuchtigkeit heraustreibt. Damithört die von der Feuchtigkeit herrührcnde Aufschweüung auf, und so kann es aller-dings seyn, daß die Körper im Auftrocknen sich wert mchr zufammenziehm, als sieLurch die Wärme ausgedehnt werden.