Druckschrift 
Johann Heinrich Lamberts ... Pyrometrie oder vom Maaße des Feuers und der Wärme
Entstehung
Seite
121
Einzelbild herunterladen
 

121

Vsn der Ausdehnung fester Körper durch die Warme.

§. 218.

Man sieht aus dieser Tafel, daß Herbert durchaus größere Ausdehnun-gen ang ebt als Muschenbrocck. Dieses giebt Anlaß zu schließen, es müsse beyLen Instrumenten ein Umstand gewesen seyn, der diesen Unterschied verursachte.Louguer giebt weniger an als Muschcndrock, hingegen geben v.

und Berrhoud mehr an. Es sind unter diesen Versuche« ei-nige, wo die Zahlen Lurch Rechnungen gefunden werden mußten, und wobeyman vom Kleinern aufs Größere den Schluß machte. Man maaß die Ausdeh-nung nur für i o Reaumursthe Grade, und vergrößerte sie durch Rechnung, bismari glaubte, man habe die Ausdehnung vom Frierpunct zum Siedepunct getrof-fen. Man legte ebenfalls Thermometer und Stangen an die Sonne, bis dasThermometer ro Grade gestiegen, gerade als wem, dann die Stangen auchio Grade Warme erlangt hätten, La doch Größe, Figur, Materie und Farbehiebey alles ändert.

Z. 219.

In Franzens Staarsyeographus finde ich einen Versuch, denLowizden 27sien April 175Z. zu Nürnberg mit einer 22 Fuß langen eisernen Stangevorgenommen. Er legte sie des Morgens frühe, liebst einem Thermometer andie Sonne, und zeichnete die Verlängerungen, die sie bis um 11 Uhr durch dieSonnenwärme erhielt, nebst den Graden des Thermometers sehr oft auf. DasThermometer soll nach einem alten Fahrmherrschen (§. 11 r.) zu Berlin verfer-tigt worden seyn. Damit wäre an demselben die Blutwärme - 4 - 90, die Kältedes mit Salmiac gemischten Eises 90 gewesen. Es stund des Morgens bey-4- 11 Gr. Um 11 Uhr bey -4- r l 4. und Abends vor 5 Uhr bey -4- 46 Grad.Der Grad an der Mittagssonne trist auf den z6sten oder Z7sten Grad Les Reau-nmrscben Weingeistthermomerers. Vermuthlich muß die Erwärmung desBreltgens, woran das Thermometer befestigt war, zu dieser starken Wärme desThermometers beygekragen haben. Indessen ist ganz gewiß die eiserne Stangewärmer geworden, und zwar wenigstens so viel, daß Wachs daraufhärte schmel-zen können. Wir können also die Wärme des Eisens um l r Uhr, wenigstensauf den rasten Fahrenheitschen Quecksilbergrad sehen. Und da dessen Wärmedes Morgens nur 51 Grade betragen, so ist die Stange um 92 Fahl enherrscheGrade erwärmt worden. Nun fand Lowi;, daß sie sich um -/o 0 verlängerthatte. Daraus folgt nun, daß sie sich vom frierenden zum siedenden Wasserhöchstens um oder 2, 20282 Theil ausgedehnt haben würde. Diese Be-stimmung kömmt der Muschendroekschea (§. 217.) am nächsten.

Q