Fünftes Hauprstü ck>Hydrostatische Thermometer.
§. r§4.
e^er Umstand, daß die Warme die Körper ausdehnet, zieht die Folge nach sich,daß die Körper durch die Wärme von leichterer Art werden; so daß z. E.ein Cubic.Zoll bry größerer Wärme weniger wieget als bey geringerer. Wärenun der Unterschied merklicher, als er bey den meisten Körpern ist, so würde manlängst schon darauf verfallen seyn, die Grade der Wärme nach der verändertenSchwere zu schätzen. Indessen hindert der geringe Unterschied nicht, auf denselbenRücksicht zu nehmen. Es wird nur erfordert, daß man ihn mit mehrerer Genauig-keit bestimme. Nun sind die Mittel, die specifische Schwere der Körper zu erfor-schen schon so bekannt, daß ich es bey der Anzeige derjenigen, die zur gegenwärti-gen Absicht am dienlichsten sind, kann bewenden lassen. Ich werde sie auch nurin so fern anführen, als es nöthig ist, auf die dabey zu gebrauchenden Vorsichtig-keiten Acht zu haben. Zu diesem Ende werde ich bey flüßigen Materien anfan-gen. Um die Veränderungen ihrer Schwere zu bestimmen, kann man sich einegläserne Kugel oder ein ander Glas mit einem engen Halse wählen, und dieselbe mitder zu untersuchenden flüßigen Materien anfüllen und abwägen. Der Hals mußenge seyn, damit man desto genauer sthen könne, wie hoch die flüßige Materiedarinn steht, und damit der Fehler, so man in Bestimmung dieser Höhe begehenkann, einen geringen Unterschied in dem Gewichte hervorbringe. Will man im-mer einerley Raum erhalten, so muß an dein Halse ein Zeichen gemacht werden,damit das Glas immer bis an das Zeichen gefüllt werden könne.
§. l95.
Das Glas ist zu solchen Bestimmungen aus mehrtrn Gründen dasschicklichste. Denn wegen seiner Durchsichtigkeit läßt sichs ohne Mühe sehen, obdie fiußige Materie genau bis an das am Halse gemachte Zeichen steht. Fernerwird es von ätzenden flüßigen Materien, zumal wenn es hartes Glas ist, am we-nigsten angegriffen. Und endlich dehnt es sich durch die Wärme sehr wenig aus.Die Ausdehnung, die es vom frierenden zum siedenden Wasser leydet, beträgt nachHerberts Versuchen (Oillerr. l^ne p. 15.) nur Theil der sänge, wel-ches dem körperlichen Raume nach einen ^Z^len Theil austrägt. Man kannalso beurtheilen, ob oder in welchen Fällen es nöthig ist, darüber Rechnung zuführen.