Viertes Hauptstück.
Thermometer von andern siußigcn Materien.
Erster Abschnitt.
Vorläufige Betrachtungen.
§. 93 .
dH/n» man nach dem eigentlichen Sinn des Wortes, durch Thermometerein Werkzeug versteht, welches die Grade der Wärme unmittelbar und ge,nau anzeigt, so konnte das Drebbrlsche schon dadurch diesen Namen nicht behau-pten, weil dabey der Druck der äußern Luft mit in Betrachtung kömmt. ESzeigt also die Grade der Wärme nicht unmittelbar an, sondern dieser muß erst durchRechnung gefunden werden. Nun hätte die Art diese Rechnung vorzunehmenschon von Marione können gefunden werden. Er blieb aber bey seinem Satzevom Maaße der Schnellkraft der Luft, ohne darauf zu sehen, wie fern derselbeLurch die Veränderung der Wärme verändert werden muß. Dieses lhat Amon-rons und fand wenig Gehör. Das Drebbelsche Thermometer war einmal schonzu sehr verworfen, als daß es so leicht wieder hervorgezogen werden konnte.Amontono gab endlich auch selbst den Anschlag, sein Luftthermometer nur in sofern beyzubehalten, als eS dienen konnte, die Florentinischen Thermometer damitzu Vergleichen, und mit demselben übereinstimmend zu machen.
§. 94-
Dieses war nun freylich ein Umweg, den man nicht betreten wollte. Manhakte auch schon im vorigen Jahrhunderte einige Rücksicht auf ge r isse Grade derWärme genommen, die man zum Grunde legen, und die Thermometer denselbengemäß eintheilen könnte. Anfangs begnügte man sich die freylich zu unbestimmteGrade der Sommerwärme und Winrerkätte, als die äußersten der zu Wetterbeob-achtungen eingerichteten Thermometer zum Grunde zu legen und beyden noch et-was znzugeben, damit je die Stuffenleiter und die Röhre nicht zu kurz ausfalle.(K. 26. g2.) Die Florentinische Akademie gieng hierum nicht weiter. Ichfinde auch die ersten Spuren einer bestimmtem Eintheilungsart in des Ds/mce/IftLi re ciex öLromerre^Hwrmomecres Le^oriometres. Er sagt darinn: „daß man„alle Thermometer übereinstimmend machen könnte, wenn man folgendes Ver-