Das Drebbelsche Thermometer, nebst dessen Abänderungen, zz
scn Grad der Wärme erreichet die Luft am Schatten in Europa wohl nie. Undeben so selten geschieht es wenigstens in unfern Gegenden, daß sie dir Kälte desgesalzenen Schnees erreichen sollte. Nun ist 918 zu nzo ungefähr wie 4 zu 5.Wenn demnach der Raum der Röhre ein ^ von dem Raume der Kugel ist, so wirddas Wasser oder die flüßige Materie bey der strengsten Winterkälte sehr nahe bisan die Kugel steigen, und hingegen bey der größten Sommerhitze sehr nahe bisan das Gefäßchen 8 herunter sinken. Die Röhre kann noch etwas enger seyn,theils wegen des Druckes derColumneL 8, theils wegen des veränderlichen Dru-ckes der äußern Luft.
§. 6z.
Wenn die Kugel erst noch soll geblasen werden, so kann man die Röhremit Quecksilber füllen, so daß es zwischen zween an beyden Enden gezeichnetenPunkten stehe. Aus dem Gewichte des Quecksilbers kann sodann der Raum derRöhre berechnet werden. Dieser Raum vierfach genommen, wird den Raumder Kugel angeben, und aus diesem läßt sich dann der innere Diameter der Kugelfinden, die man sodann nach dieser Größe blasen läßt, oder unter mehrern bereitsgeblasenen aussucht und an die Röhre anschmelzen läßt, oder es selbst thut, wennman damit umzugehen weiß.
§. 64.
Man gedenke sich nun neben der Röhre zwo Linien L O, 8 H, die dievon der Höhe der Oberfläche 8 an gerade aufwärts gehen. Die Länge der erstem8 ü sell die von einer gleich weiten Röhre seyn, welche so viel Raum enthalte,als die Röhre 6 v und die Kugel ^ zusiunmengenommen. Die Länge der andernLinie 8 6 soll der Höhe einer Columne der flüßigen Materie gleich seyn, welche deinDrucke der äußern Luft, bey einer gegebenen Barometerhöhe das Gleichgewichthalte. 8 6 wird also dieser Barometerhöhe gleich seyn, wenn mau zu dem In-strument Quecksilber gebraucht. Hingegen wird 8 O 14 oder 16mal mehr betra-gen, wenn Wasser oder Weingeist genommen wird, weil diese Materien so viel-mal leichter sind als Quecksilber. Indessen ist es gut, wenn man das wahre Ver-hältniß genau bestimmt. Es versteht sich, daß das 2 6 sich allemal in Verhält-niß der Barometerhöhe ändert.
^ §. 65.
Stehr nun die flüßige Materie in der Röhre bey L, und man zieht Ul L blhorizontal, so stellt bl H den Raum der Luft in dem Thermometer, Ul 6 aber ihreSchnellkraft vor. Denn der Druck der äußern Luft ist 8 6; diesem wirkt aberdie Columne 6 8 entgegen, folglich bleibt eigentlich nur noch Ul 6, welches dem-