Druckschrift 
Johann Heinrich Lamberts ... Pyrometrie oder vom Maaße des Feuers und der Wärme
Entstehung
Seite
32
Einzelbild herunterladen
 

Z2 Das Drebbelsche Thermometer, nebst dessen Abänderungen.

§. 60.

Hat man sich von der Güte der Röhre versichert, so wird sie gewogen, undzwar sehr genau. Man füllt sodann die Kugel mit Quecksilber bis an einen Punctder Röhre v, den man bezeichnet. Alsdann wird alles wiederum gewogen, ziehtman von diesem Gewichte das von dem Glase ab, so erhält man das Gewicht vomQuecksilber. Endlich wird auch die Röhre mit Quecksilber ganz oder bis an einenbey dem Ende ö gezeichneten Punct angefüllt. Und alles nochmals gewogen, ziehtman von diesem Gewichte ein jedes der beyden vorhergehenden ab, so findet man,wie viel in allem Quecksilber eingegossen worden, und wie viel besonders zwischenden Puncten ö, vin der Röhre ist. Beym Füllen muß man wohl zusehen, daßsich nicht etwa mit dem Quecksilber Luft hineinzieht. Wer am genauesten verfah-ren will, läßt das Quecksilber sieden, sowohl wenn die Kugel als auch wenn nach-her die Röhre gefüllt wird. Das Füllen geschieht mit gläsernen, besonders dazugemachten Trichtern. Sind diese zu kurz, so kann man die Arbeit erleichtern,wenn man einen feinen eisernen Drath in die Röhre schiebt, weil das Quecksilberzwischen dem Drath und der Röhre herunter läuft, und zugleich der Luft gestaltetsich herauf zu ziehen.

K. 6 l.

Run ist das gefundene Gewicht des Quecksilbers, dem Raum, den eSeinnimmt, genau proportional, und man kann, wenn man es zu wissen verlangt,die Größe des Raumes, sowohl in der Kugel als in der Röhre, in Cubic-Zollenund Linien finden, wenn man das Gewicht eines Cubic-Zolles von Quecksilberweis. Es versteht sich, daß man hiebey auf die Verschiedenheit des Gewichtesund Zollmaaßes Rücksicht nehmen müsse. Da es aber hiebey nur auf das Ver-hältniß ankömmt, so kann man es bey dem Gewichte bewenden lassen.

§. 6r.

4 Wenn nun Wasser oder Weingeist genommen wird, und die Rohre 8 vist höchstens etwa einen Fuß lang, so hat man auf die Verschiedenheit des Druckesder Columne ö L, wenn sie steigt oder fällt, nicht viel zu achten, um die Ver-hältniß der Röhre zur Kugel zu bestimmen, weil der Druck der äußern Luft z z bisz 8 mal größer ist. Soll demnach das Thermometer nur zu Wetterbeobachtungendienen, so ist es genug, wenn die Kugel 4mal mehr Raum enthält, als die Röhre.Denn ich habe gefunden, daß wenn in derKälte des frierenden Wassers der Raumder Luft rooo ist, sodann eben dieser Raum in der Kälte von Schnee, welchermit fast eben so viel Küchensalz vermischet worden, sich auf 918 vermindert, undhingegen bey dem Grad der Wärme des Leibes sich bis auf l i za erweitert. Die-