Das Dreböelsche Thermometer, nebst dessen Abänderungen, z r
fien aber verfuhren nachläßig und eilfertig, und fehlten dabey noch destomchr, daßsie die Stuffenleiter drucken ließen, und sie bey allen Thermometern gebrauchereu, so verschieden auch erstbemeldte Verhältnisse seyn mogten. Und da sie in Amsehung der Florentinischen Thermometer eben so verfuhren, so vermehrte» sich na-türlicherweise die Klägden über die Ungleichheit der Thermometer und ihrer Grade.
§» § 8 »
Man fand bald, daß, wenn Wasser hiezu gebraucht wurde, es in detKälte frieret, und daß so wohl Wasser als Weingeist und andere flüßige Materienin dem Gefäßchen 6 nach und nach auftrocknen, und daher wieder zugegossen wer-den müßte. Man gab um das Allsdünsten so viel möglich zu hindern, den Rathauf die Oberfläche etwas Oel zu gießen. Leupold gebrauchte eine Mischung von^Scheidwaffer, i Theil Weineßig und 2 Theilen Wasser, wobey das Scheid-wasser mit Kupfer grün oder mit Silber blau gefärbt wird. Man verfiel auchdarauf, statt solcher wäfferichten Materien, Quecksilber zu nehmen , wobey je-doch, wegen der sehr großen Schwere des Quecksilbers der Erfolg merklich ver-schieden war. Endlich sieht man ohne Muhe, daß solche Thermonreter nicht wohlkonnten herumgetragen werden, und daß das beste war, wenn man sie an demOrte, wo sie einmal waren, stehen ließ.
§. 59 >
Dieser Mängel unerachtet, wird es nicht undienlich seyn, wenn wir Zahlund Maaß dabey genauer bestimmen. Das erstere was in dieser Absicht vorzu-
nehrnen ist, betrift die Ausmessung der Kugel und der Röhre, und ihre Auswahl.Die Röhre ist am besten, wenn sie durchaus von gleicher Weite, dennoch genaucylindrisch ist. Denn eine ungleiche Röhre müßte erst durch Rechnung auf einegleiche reducirt, und die an derselben anzubringende Stuffenleiter in ungleicheTheilegetheilt werden. Man läßt daher, um die Röhre zu prüfen, einen Theil Queck-silber in die Röhre, welches mittelst der Erwärmung und Wiedererkältung derKugel leicht geschehen kann. Durch die verschiedene Neigung der Röhre erhältman sodann leicht, baß sich das Quecksilber in der Kugel hin und her zieht, undwo man will, stehen bleibt. Dadurch kann man sich versichern, ob es in derRöhre in allen Entfernungen von der Kugel gleiche Länge behält. Dieses findetnothwendig statt, wenn die Röhre durchaus gleich weit ist. Man hat also hie-durch ein leichtes Mittel sich hievon zu versichern. Läßt man sich Röhren aufGlashütten ziehen, so sind gewöhnlich die Mutelstücke die gleichförmigsten. Esist auch rarhsam, daß das Quecksilber in der Röhre, wenigstens einen Zoll Längehabe, weil, wenn man bey Ausmessung der Länge um etwas fehlt, der Fehlerdesto weniger auerrägt, je länger das in die Röhre gelassene Quecksilber ist.