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Johann Heinrich Lamberts ... Pyrometrie oder vom Maaße des Feuers und der Wärme
Entstehung
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IO Das Ausmeßbare bey Feuer und Warme.

§. i6.

Die pvrodyn »mic betrifft überhaupt die Kräfte des Feuers, sofern da-durch Veränderungen in den Körpern herfürgebracht werden. Das durch Kunstverstärkte Sonnenfeuer, die Kraft des Feuers im Schießpulver, die Verstärkungseiner Kraft durch Einschließen und Anblasen, Las Ausglühen, Schmelzen, Bren-nen, Verkalcken der Körper im Feuer, die Dampfkugeln, die Schnellkraft derDünste rc. Alles dieses kömmt hiebey auf mehrerley Arten in Betrachtung.Kraft, Raum, Maße und Zeit werden verschiedentlich mit einander verglichen,da der Erfolg sehr beträchtliche Unterschiede zeiget. Glas, Holz und Steine sprin-gen, wenn sie zu schnell dem Feuer ausgeseht werden. In andern Fällen, wie). E. beym Schießpulver, und oft auch beym Löthen und Zuschmelzen wird eineschnelle Wirkung verlangt, so wie hingegen es auch viele Fälle giebt, wo eine ge-mäßigte aber anhaltende Kraft des Feuers die verlangte Wirkung thut. DieKochkunst gic-bt beym Kochen, Rösten, Braten rr. eine Menge von Beyspieken, undman findet solche in allen Fällen, wo die durch das Feuer herfürzubringende Wir-kung nur bis auf eiuen bestimmten Grad gehen soll.

§. i/.

So fern das Wort Wärme seine Bedeutung nur ans diejenigen Gradeerstrecket, die von uns ohne Schmerzen empfunden werden können, kommt dieThermomecrie vor. Im engem Verstände aber kann das Maaß der Wärmenach dem Urtheile unserer Empfindung dadurch angedeutet werden. Diegemeinen Thermometer sind von ihrer ersten Erfindung an dazu eingerichtet wor-den. Ihre Stuffenleicer gieng vom stärksten winrerfroste bi« zur stärkstenGonnenwärme, und noch dermalen werden die Grade strängste Rälre, sehrkalt, kalt, gemäßigt, warm, sehr warm, große Hitze oder andere gleichgel-rende beygeschrieben. Sie beziehen sich offenbar auf unser Unheil von dem Zu-stande der Luft; denn was hiebey große Hitze heißt, ist eine Hitze, worinn glü-hendes Eisen sehr stark erkälten kann.

§. ist.

Die pyrobolic und Pyrotechnik sind besonders Anwendungen der py-rometrie, so fern sie zur Geschützkunst und Feuerwerkerey gehören. Das Feueran sich wird nicht geworfen, wohl aber brennende und glühende Körper. Dennman findet überhaupt das was eigentlich Feuer ist, nie allein, sondern immer mitKörpern und andern Materien verbunden. Die reinste Flamme ist doch nur einbrennender Dampf. Im allgemeinen', Verstände wird pyrsrechnic so viel alsdie Kunst bedeuten, mit Feuer umzugeheu, und in so fern erstreckt sie sich sehrweit, und eben so weit wird sich auch die pyrutgie erstrecken. Sofern manendlich auf die Gesetze sieht, nach denen das Feuer in feinen Wirkungen sich rich-