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Johann Heinrich Lamberts ... Pyrometrie oder vom Maaße des Feuers und der Wärme
Entstehung
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Das Ausmeßbare bey Feuer und Wärme.

das erstere veranlaßt hat. Der Unterschied ist nur, daß da die Hydrostatik demWortversiande nach das IVasser betrifft, und nach und nach aufandere flüßigeMaterien ausgedehnt worden, die pyrostakic ganz füglich sich auf Feuer undWärme einschränkt, und folglich beym eigentlichen Sinn des Wortes bleiben kann.

§. 14.

Uebrigens entsteht bey dem Worte pyrostaki'c ganz ungezwungen die Fragevon der Leichrigkeic oder Schwere des Feuers. Ich finde in Schwenkers Er-quickstun den, daß der französische Verfasser, dem er gefolgt ist, ein Mittel das Feuerabzuwägen vorgeschlagen, worauf aber Schwenker wenig Hält. Man soll nein-lich das Holz wägen, ehe man es anbrennt, und dann die Asche, nachdem es ver-brennt worden. Dadurch wird man allerdings finden, wie viel in Dampf, Rauchund Ruß davon gegangen. Dieses aber müßte auch gewogen werden; dannwürde erst die Frage seyn, ob das Gewicht des Feuers etwas betrage', das sichmit der Wage schätzen läßt. Das Feuer ist leichter als die Luft, selbst wenn diejisehr verdünnt ist. Man begreift daher, daß wenn ein glühendes Eisen mehr wä-gen sollt«, als nachdem es wieder erkältet ist, dasselbe sehr groß seyn müßte, unddann würde die Wage kaum so viel Ausschlag geben, als der Unterschied austrägt.Mit den chymischen Versuchen, wodurch man gefunden. Laß Metallkalcke schwe-rer find, als die Metalle woraus sie gezogen worden, sieht es ebenfalls mißlich aus,wenn man dadurch beweisen will. Laß das Uebergewicht von dem im Kalcke zu-rückgebliebenen Feuer herrühre.

§. 15.

Der Aus- und Einfluß des Feuers in den Körpern ist ein Umstand, ^wel-cher das Wort Pyraulic an sich schon rechtfertiget. Die pyraulic ist in sofern die Wissenschaft von der Bewegung und dem Durchflüsse des Feuers.Diese entsteht allemal bey aufgehobenem Gleichgewichte der Kräfte des Feuers inund außer dem Körper oder auch in verschiedenen Theilen desselben. Im engernVerstände mag die pyraulic auch die Leitung des Feuers durch Röhren an-Leuten, und in so fern kommen z.E. die Camine, Windöfen, Schorsteine, chymi-fche Zugöfen, auch wohl die Reverberir oder Prallofen in Erwägung. Auch aufFeuerheerden wird oft die Flamme unter mehrern Töpfen durchgezogen, und inGewächshäusern werdet, durch solche Züge oft die Böden ganz gewärmt. InBädern giebt es auch Fälle, wo das warme Quellwasser in langen Röhren nachdem Badhaufe geleitet wird, und da muß mit dem Wasser zugleich auch dessenWärme fortgeleitet werden. Das will sagen, man müsse eine solche Einrichtung«essen, daß das Wasser unter Weges nicht erkälte.