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Johann Heinrich Lamberts ... Pyrometrie oder vom Maaße des Feuers und der Wärme
Entstehung
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4 Vorläufige Grundbegriffe.

Sache. Denn ich verstehe eigentlich dadurch nicht das Annehmen willkührkicheeMeynungen, wodurch sich etwa die eine oder die andere Wirkung erklären läßt,«nd wobey hingegen eine Menge anderer unerklärt bleiben, oder welches »rochschlimmer ist, der angenommenen Meynung gerade zuwider sind.

§. g»

Um jedoch einen Anfang zu machen, werde ich den Sprachgebrauch oderdie Benennungen vornehmen. Das Wort Wärme hat verschiedene Bedeurun-gen, die näher angezeigt werden muffen. Einmal die Wärme so fern sie empfun-den wird. In dieser Absicht gehl sie uns sehr nahe an. Und da hier eigentlich vomwaaße der Wärme die Rede ist, so können wir so gleich die Benennungen an-führen, womit die Empfindung der verschiedenen Stufen der Wärme die Sprachebereichert hat. Die Wärme, wobey wir uns am besten befinden, nennen wirgemäßigt oder cemperirt. Unsere Empfindung ist dabey so viel als o. Istdie Wärme um so viel größer, so daß wir in der Thar Wärme als Wärme em-pfinden, so sagen wir, es scy warm. Nimmt die Wärme mehr zu, so heißt es,sehr warm. Ein noch empfindlicher Grad wird heiß oder auch schwül genennr»Diese Benennungen gehen das wecrer oder die Luft an» Bey dem Wassergebrauchen wir die Benennungen, lau, warm, heiß, siedend. Und wenn esüber einen gewissen Grad heiß ist, so fällt dessen Hitze außer das Bezirk unsererEmpfindung der Wärme. Es kömmt noch die Empfindung eines Schmerzen-hinzu, und eben dieser machet, daß sich niemand gern die Hand verbrühen läßt.Aehnliche Benennungen gebrauchen wir auch in Ansehung anderer Körper. So»lange wir sie ohne Schmerzen berühren können, nennen wir sie warm, sehewarm, heiß.

§. 4 «

Unserer Empfindung nach setzer; wir der Wärme die Rälce entgegen,«nd zwar so, daß wir letztere als etwas eben so wirkliches und rhäticzcs ansehen,als die erstere. In der That auch- wenn man bey großer Wärme schwitzet, soschaudert man hingegen bey strenger Kälte, und bey noch strengerer Kälte erstar-ret man, so wie man bey noch größerer Hitze gesenget und rzebrenner wird.Alles dieses ist sehr wirklich. Es bezieht sich aber nur auf das was wir empfin-den. Daraus aber läßt sich auf die Rälce an sich betrachtet kein Schluß zie-hen. Denu nach unserer Empfindung zu schließen, müßten wir auch sagen, daßdie Rälce brenne. Die Lateiner sagten es wirklich: l^runr monrsnse uiues.Und dieses ist nicht ein verblümter Ausdruck. Man darf nur die Hände in Schnee -halten bis sie anfangen recht roch zu werden, und dann in ein gewärmtes Zimmergehen, wenn man das Brennen noch stärker empfinden will. Man sehe aber zu.Saß die Haut nicht avfschrunde. Gewisse Ordensleme, die baarfuß im Schnee