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Johann Heinrich Lamberts ... Pyrometrie oder vom Maaße des Feuers und der Wärme
Entstehung
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Vorläufige Grundbegriffe. 5

gehen, stellen ihre Füße in kalt Wasser, wenn sie in ein Zimmer kommen, NM ebendieses Ausschrunden jn verhüten.

§. 5 »

Ans diesen Bemerkungen folgt, daß was wir warm nennen, sich furnemrlich auf unsere Empfindung bezieht, und zwischen dem Gemäßigten und -Heißendie Mittelstufen andeutet. Wir eignen die Wärme den Körpern zu, so fern wirsie warm nennen. Und da wir finden, daß die Körper nicht für sich warm, son-dern bald wärmer bald kälter sind, so sind wir auch längst schon gewöhnt, den Ur-sprung der Wärme außer ihnen zu suchen. Da finden wir dann zwo kräftig wir-kende Ursachen, nemlich das eigentliche Feuer und das Sonnenlicht. Indes-sen giebr es bey genauem: Nachforschen noch einige andere Ursachen, die etwaseigenes haben. Man fand, daß wenn Metake gehämmert oder auch gefeiltwerden, sie sich erhitzen. Eben so auch kann durch starkes Reiben Hol; inFlammen gerachen. Wiederum fand sich, daß beym Gähren des Weins unddes Biers Wärme entsteht. Endlich giebr es auch Materien, die bloß dadurch,daß sie vermischet werden, sich erhitzen. Auf diese Art wird Wärme und FeuerHerfürgebracht, wo vorhin keine war, wenigstens keine zu seyn schien. Allerdingsein Anlaß genauer nachzuforscheu, aber auch ein Anlaß die Kenntnisse noch ver-worrener zu machen. Es klingt außerordentlich, wenn jemand sich des Kunst-stückes rühmet, daß er auf dem warmen Ofen Wasser in Eis verwandeln könne.Das heißt Kälte finden, wo lauter Wärme ist. Und doch geht die Sache an.Ferner gießt man Scheidwasser ans Eisen, so brauset es mit Hitze auf. Gießtman eben das Scheidwasser auf Schnee, so wird er noch merklich kälter, BeyVersuchen von dieser Art wird man leicht zu dem Geständnisse gebracht, daß unsWärme und Kälte noch sehr unbekannte Dinge sind.

§. 6 »

Indessen sind diese Dinge nur beziehungsweise unbekannt. Die Wärmeund Kälte als Empfindung betrachtet, ist ein Begriff der in seiner Art ebensoklar ist, als immer die Begriffe von Licht und Farben seyn mögen. Das Feuer zeigtsich uns in Gestalt der Flamme oder glühenden Rohlen sichtbar. Daß es nachMaaße feiner Größe und Entfernung stärker oder schwächer wirke, giebt uns eben-falls die nnmittelbare Empfindung an. Ohne gebrennt zu werden dürfen wir kei-nem Feuer zu nahe kommen. Wir folgern richtig daraus, daß eS in größererNähe nock heißer seyn müsse. Daß die Wärme oder auch die Hitze des Feuerssich den Körpern, so in dessen Nähe sind, mittheilt, schließen wir daraus, daßwir sie bey dem Berühren wärmer finden, als sie vorhin waren. Wir findeneben so, daß sie gleiche Grade von Wärme schneller erhalten, wenn sie näher beymFeuer sind, oder auch wenn bey gleichem Abstande das Feuer größer ist. Wie-