Erstes Hauptststck.
Vorläufige Grundbegriffe.
§-
HaS innere Wesen der Körper bleibt uns, aller physischen und chymischen- " Untersuchungen ungeachtet, noch sehr verborgen. Zwar konnten die
Vergrößerungsgläser Hoffnung geben, die kleinsten Theile näher ken-nen zu lernen. Die dadurch gemachte Entdeckung, daß eS kleine Kügelchen sind,die dem Blute seine rothe Farbe geben, schien diese Hoffnung zu vermehren. Al-lein man fand doch weiter nichts, als daß die Natur im kleinen noch eben so zu-sammengesetzt ist als im großen. Wo man Bestandtheilchen zu finden hoffte, er-blickte man kleine Thierchen, und war genöthigt den Schluß zu machen, daß manvon dem, was man suchte, noch unendlich weit entfernt sey. Die Figur der Be-fiandtheile, die Art ihrer Zusammensetzung, die Kräfte, wodurch sie in Verbin-dung erhalten werden, die daher rührenden Unterschiede ihrer äußern Gestalt, ih-rer Härte, Zähigkeit, Flüßigkeit rc. Alles dieses sind Dinge, die man anstatt zusehen, errathen muß. Die Kunst sicher und richtig zu errathen, ist aber nochnicht so weit gebracht, daß sie sich nicht oft mit dem vermenget, was man im Fin-stern tappen heißt.
§. 2.
Diese Betrachtungen machen billig da den Anfang, wo von Feuer undWärme die Rede ist. Ist das Feuer eine besondere Materie? Ist es vomLichte verschieden? Dieses sind längst schon aufgeworfene Fragen, die man baldbejaht, bald auch verneint hat. In dieser Absicht ist uns das .^euer so unbekannt,als die Bestandtheilchen jeder anderer Körper. Es kömmt aber noch der Umstandhinzu, daß das Feuer seine Wirkungen mehrentheils in den Körpern äußert.Und diese Wirkungen sind so sehr verschieden, als es immer die Zusammensetzungsartder Körper seyn mag, und eben so sehr ändern sie sich, wenn die Grade des Feuersverändert werden. Es ist unstreitig, daß um hierinn klar zu sehen, das innereWesen der Körper, ihre Bestandtheile und Zusammensehungsarr näher bekanntseyn müßten. Da wir aber hievon noch weit entfernt sind, so müssen wir eben-falls zum Errathen unsere Zuflucht nehmen. Und das ist eine etwas mißliche