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Johann Heinrich Lamberts ... Pyrometrie oder vom Maaße des Feuers und der Wärme
Entstehung
Seite
XVIII
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xvm lieber Lamberts Verdienste um die theoretische Philosophie.

Die Betrachtungen über die Natur der identischen Sätze, das ist, sol-cher Satz-, die Subjekt und Prädikat von gleicher Ausdehnung haben, sind eindritter Vorzug seines Organons vor andern logischen Lehrbüchern. Die Ent»Wickelung ihrer Eigenschaften zeigt es sattsam, wie fruchtbar sie sind, und waSinan von ihnen in der Ersindungskunst für Vortheile zu erwarten hat. Da siesich schlechtweg umkehren lassen, da sie als Vordersätze in Vernunstschküssen wie-der identische Schlußsätze geben, die alle Vorzüge ihrer Vordersätze haben: somuß ihr Nutzen in der Naturlehre von großem Umfange seyn. Wenn man erstsolche Sätze har, deren Begriffe einander ausschließend zu kommen: so kann maugleich auf den Andern schließen, so bald uns die Natur den Einen gezeigt hat.Wenn wir einmal wissen, daß nur eine Kugel in jeder Lage gegen die Sonne einenrunden Schatten haben könne: so wissen wir, baß die Erde eine Kugel sey, weilsie uns ihren Schatten im Monde noch nie anders als rund gezeigt hat.

Die größten Köpfe pflegen gemeiniglich die Schranken des menschlichenVerstandes am lebhaftesten zu fühlen. Daher ihr Sinnen auf Methoden, daSBehalten des Erlernten, LaS Beweisen des Erfundenen, und daS ErfindendesUnbekannten zu erleichtern. Bey dem Erfinden ist es schon ein gutes Hülfsmit-tel, daß man sicher ist, man werde in einem Gegenstände, über den man nach-denkt, nichts übersehen. Um nicht diese Gefahr zu laufen, hat man bereits seitlanger Zeit alle möglichen innern und äußern Bestimmungen unter gewisse Klaffengebracht, die man seit dem Aristoteles unter dem Namen der Topik gesammlethat. Der Mißbrauch, den man lange von dieser nützlichen Kunst gemachthatte, hielt Leibnitzett nicht ab, sie als ein gutes Hülfsmittel des Meditirens zuschätzen. Und zu diesem Behuf schien sie auch Lamberren schätzbar. Er machteselbst einen Abriß von einer Topik unter der Aufschrift: D-(in den L>. 1768. S. 12. u. ff) bekannt, der vielleicht noch Ver-

mehrungen zuläßt, aber auch schon, wie er ist, mit Nutzen kann gebrauchtwerden.

Wie viel hat also nicht die Vernunftlehre dem scharfsinnigen Lambert zuverdanken, wenn man auch nur seine Verdienste um dieselbe nach dem beurtheilenwill, was mir der Raum anzusühren erlaubt hat! Gleichwohl darf ich es wieder-holen, daß ihm die Lehre von der Verbindung der Begriffe mehr zu verdankenhabe, als die Lehre von der Auflösung derselben. Wenn daher sein neues E>r^ganon und seine Architektonik, in Ansehung der Ersten,, mehr geleistet, alsman beynahe von Einem Manne erwarten konnte, so bleiben doch beyde in An-sehung der Lehrern, destomehr zurück. Es läßt sich nicht ohne einige Weitläuf-igkeit auseinander sehen, daß man seinen Grundsätzen und Methoden, wonacher die Begriffe der Philosophie bearbeitet, den Weg ansehen könne, auf dem er.